Erstellt am 25. März 2013, 12:30

Testlauf zur Studienplatzfinanzierung. Die durch den Testlauf zur Studienplatzfinanzierung möglichen neuen Zugangsregeln in fünf Studienfeldern (Architektur, Biologie, Informatik, Pharmazie sowie Wirtschaftswissenschaften) führen im kommenden Studienjahr zu einem Fleckerlteppich unterschiedlichster Regelungen.

In den Wirtschaftswissenschaften und der Pharmazie gibt es Aufnahmeverfahren, in der Informatik hingegen gar keine. Der Testlauf zur Studienplatzfinanzierung betrifft in den fünf Studienfeldern konkret 28 Fächer. In den Studienfeldern wurde die Mindestzahl der Studienanfänger gesetzlich festgelegt, die Verteilung auf die einzelnen Unis bzw. Fächer sollte durch Verhandlungen zwischen Ministerium und Unis festgelegt werden. Überschreitet die Zahl der Studienwerber die Mindestzahl der Studienplätze, dürfen die Unis Aufnahmeverfahren durchführen.

Überhaupt kein Aufnahmeverfahren gibt es in allen Informatik-Studien. Flächendeckende Aufnahmeverfahren finden hingegen in der Pharmazie sowie der Wirtschaft statt. Noch verwirrender ist es in der Architektur und der Biologie - hier gibt es in ein und demselben Studienfeld unterschiedliche Vorgangsweisen, wie eine Aufstellung des Wissenschaftsministeriums zeigt.

Die Gründe für die unterschiedlichen Vorgangsweisen der Unis lassen sich grob in zwei Kategorien unterteilen: Einerseits sollten in den "MINT-Fächern" (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) keine Beschränkungen eingeführt werden, andererseits war den Unis die Zahl der mindestens anzubietenden Plätze zu hoch. Die TU Wien begründete ihren Verzicht etwa damit, "nicht bestätigen zu können, dass wir für dieses verpflichtende Angebot von Studienplätzen auch die Ressourcen haben".

Ganz generell kritisierte die Universitätenkonferenz (uniko), dass sich die im Gesetz "kapazitätsorientierte, studierendenbezogene Universitätenfinanzierung" genannte Regelung nicht an den Kapazitäten der Unis orientiert. Vielmehr wird - außer in der Architektur - der Status Quo an Studienplätzen festgeschrieben bzw. sogar leicht erhöht. Wissenschaftsminister Töchterle nannte als Ziel der Neuregelung in einer Ausendung die Verbesserung der Studienqualität und vor allem der Betreuung der Studierenden.