Erstellt am 24. Juni 2014, 11:33

Tierhaltung: Schutz des Trinkwassers. SPÖ macht mobil: Schutz des Trinkwassers hat Vorrang vor Massentierhaltung in Niederösterreich.

Die SPÖ macht wegen der heimischen Wasserqualität gegen eine geplante Ausweitung der Massentierhaltung in Niederösterrreich mobil  |  NOEN, (Werner Müllner)
Die SPÖ Burgenland wird den Druck für eine grenzüberschreitende Ausweitung des Trinkwasserschongebiets rund um Lichtenwörth erhöhen und gegen eine geplante Ausweitung der Massentierhaltung mobil machen, kündigt SPÖ-Klubobmann Christian Illedits an. „Nachdem drei Projekte für industrielle Schweinemast-Anlagen in den letzten Jahren gescheitert sind, ist jetzt ein neuerlicher Anlauf in Vorbereitung.

Gleichzeitig meldet Lichtenwörth alarmierende Nitrat-Messwerte bei einem Trinkwasserbrunnen auf seinem Gemeindegebiet. Weitere ‚Schweine-Fabriken’ bedeuten eine Bedrohung für die nahe gelegenen Brunnenanlagen in Neufeld, aus denen das Trinkwasser für 150.000 Menschen im gesamten Nordburgenland gefördert wird. Die SPÖ wird daher ihre Allianz mit den Anrainergemeinden und dem Wasserleitungsverband Nördliches Burgenland verstärken“, so Illedits.

"UVP muss verpflichtend sein"

In den letzten Jahren konnten drei Projekte für eine Ausweitung der Massentierhaltung bei Lichtenwörth verhindert werden. Jetzt wurde für ein offenbar geplantes neues Projekt für 1.200 Schweine – direkt im Einzugsbereich der Trinkwasserbrunnen des Wasserleitungsverbandes Nördliches Burgenland und noch näher an der burgenländischen Grenze – ein Feststellungsbescheid der niederösterreichischen Landesregierung erlassen, wonach keine Umweltverträglichkeitsprüfung notwendig ist. „Das ist völlig inakzeptabel: Wenn es um den Schutz des Trinkwassers geht, muss eine UVP verpflichtend sein und darf es keine Hintertüren geben“, kritisiert Illedits.

Es gehe nicht nur um dieses Einzelprojekt, sondern um einen möglichen „Dammbruch“, betont der SPÖ-Klubchef: „Mehrere Großbauern drängen in dieses sensible Gebiet und wollen dort Anlagen zur Massentierhaltung errichten. Die Zeche müssten die burgenländischen Wasser-KonsumentInnen zahlen. Denn eine steigende Nitratbelastung würde kostspielige Wasseraufbereitungslagen nötig machen. Das können und werden wir nicht zulassen.“

Schongebiet-Ausweitung gefordert

Die SPÖ Burgenland fordert eine Ausweitung des auf burgenländischer Seite bestehenden Trinkwasser-Schongebietes auf den Raum um Lichtenwörth. Das habe auch der Rechnungshof dringend empfohlen. „Die NÖ-Behörden müssen endlich erkennen, dass diese höchst sensible Region geschützt werden muss. Wenn es nicht rasch zu einer Lösung kommt, muss der Umweltminister aktiv werden. Mit einem flächendeckenden, grenzüberschreitenden Schongebiet wäre die Bedrohung für unser Trinkwasser ein für alle Mal aus der Welt geräumt“, so Illedits, der auch mehr Engagement der zuständigen burgenländischen Landesräte Michaela Resetar und Andreas Liegenfeld einmahnt: „Resetar und Liegenfeld müssen endlich Durchsetzungsfähigkeit gegenüber ihren niederösterreichischen Amts- und Parteikollegen beweisen!“