Erstellt am 11. November 2015, 06:12

von Wolfgang Millendorfer

Tierschützer-Proteste: Jäger im Visier. Nach Tierschützer-Demos fordern Grüne Verbot der „Gatterjagd“. Landesrätin Dunst plant für 2016 ein neues Gesetz.

 |  NOEN, Erwin Wodicka
Nachdem der Verein gegen Tierfabriken (VGT) bereits bei der Hubertusfeier eine Demonstration abgehalten hatte, protestierten die Aktivisten rund um Obmann Martin Balluch nun gegen eine von Alfons Mensdorff-Pouilly veranstaltete Wildschweinjagd im Südburgenland.

Stein des Anstoßes ist die sogenannte „Gatterjagd“, bei der gezüchtete Tiere in eingezäunten Bereichen ausgesetzt werden. Burgenland ist eines von vier Bundesländern, in denen es noch derartige Jagdgatter gibt. Jetzt geht der Streit auf politischer Ebene weiter: Im Landtag fordern die Grünen ein Verbot.

Dunst: Gespräche statt „extremer Aktionen“

„Mit Jagd hat so etwas nichts mehr zu tun, nur mit Abknallerei und Tierquälerei“, zeigt sich Grünen-Abgeordneter Wolfgang Spitzmüller empört.

Während Landes-Jägermeister Peter Prieler auf die strenge Kontrolle verweist, nimmt VGT-Obmann Balluch die seit der Regierungs-Umbildung zuständige SP-Landesrätin Verena Dunst in die Pflicht: „Jede noch so frivole Perversion bei der Jagdpraxis wird um jeden Preis geschützt“, so Balluch.

Dunst verweist auf laufende Gespräche aller Interessensgruppen und eine Novelle des Jagdgesetzes: Damit soll es keine neuen Jagdgatter und eine noch strengere Kontrolle der bestehenden geben.

Und, so Dunst: „Was Dr. Balluch betreibt, ist eine reine Hetzkampagne gegen mich. Ich halte nichts von den extremen Protestaktionen des VGT. Solch drastischer Schritte bedarf es nicht, um im Burgenland auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen.“