Erstellt am 09. Februar 2012, 13:51

Töchterle forciert Mobilität an den Unis. Internationalisierung und Mobilität von Lehre und Forschung an österreichischen Universitäten standen heute, Donnerstag, bei einer Pressekonferenz mit Wissenschaftsminister Töchterle im Vordergrund.

Töchterle lobte die Internationalisierungsstrategien der Unis, forderte aber gleichzeitig mehr Mobilität unter den Studenten und mehr Beteiligung an europäischen und internationalen Projekten.

Ein Schwerpunkt des Hochschulplans und Ziel des Bologna-Prozesses ist die bessere Mobilität im Studium. Seit 20 Jahren nimmt Österreich am "Erasmus"-Mobilitätsprogramm teil, im Studienjahr 2010/11 waren 6.000 Studierende im Rahmen eines Programms im Ausland. Die beliebtesten Destinationen sind Spanien, Frankreich und Großbritannien.

Etwa ein Drittel aller Studenten hat am Ende des Studiums einen Auslandsaufenthalt absolviert. "Das ist uns zu wenig, das muss noch mehr werden", erklärte Töchterle. Die große internationale Mobilität hat aber nicht nur Vorteile für Österreich, wie Töchterle zugab. Dass mehr ausländische Studenten nach Österreich kommen, als heimische ins Ausland gehen, führe zwangsläufig zu Kapazitätsproblemen. Rund ein Viertel der Studenten (etwa 72.000) an den heimischen Unis kommen aus dem Ausland; die meisten sind aus Deutschland, gefolgt von Italien und der Türkei.

Dieses asymmetrische Mobilitätsverhältnis will Töchterle zukünftig verstärkt ansprechen: "Wir wollen, dass das alle als Problem akzeptieren." Töchterle will "die Möglichkeit einer gewissen Steuerung". Das sei auch auf österreichischer Ebene dringend notwendig. Erneut forderte der Wissenschaftsminister Zugangsbeschränkungen und Studiengebühren.

Vom aktuell verhandelten Sparpaket sieht der Minister Universitäten und Forschung als Zukunftsgebiete indes nicht betroffen. Allerdings gäbe es keine totale Sicherheit, denn von dem Kraftakt Sparpaket "kann sich niemand völlig absentieren".