Erstellt am 24. September 2011, 15:40

Töchterle will Budget-Plus für Hochschulen nutzen. Das von Wissenschaftsminister Töchterle bereits mehrfach angekündigte, zu erwartende Budget-Plus für die Hochschulen in den Jahren 2013-2015 will der Minister dazu verwenden, "gemeinsam mit den Universitäten und Hochschulen den Hochschulplan umzusetzen".

Es sei nicht so, dass es "automatisch mit der Gießkanne 300 Mio. Euro im Jahr mehr für die Universitäten gibt", sagte Töchterle am Samstag am Ö1-Mittagsjournal und wiederholte dort auch seine Forderungen nach Studiengebühren und Zugangsbeschränkungen in Massenfächern. Töchterle hat in den vergangenen Wochen wiederholt erklärt, in "sehr guten Verhandlungen" mit Finanzministerin Fekter über eine Hochschul-Millarde zu stehen. Das werde "eine Fülle von Finanzierungsmaßnahmen ermöglichen, aber sicher nicht einfach 300 Mio. Euro pro Jahr für die Unis ohne Bezug zum Hochschulplan", betonte Töchterle.

Noch in diesem Jahr will der Minister ein Gesamtkonzept für den gesamten tertiären Bildungssektor vorlegen, der neben den Unis auch die Fachschulen, die Privatunis und die Pädagogischen Hochschulen umfasst. Das in Aussicht gestellte zusätzliche Geld werde "klarerweise anhand von Qualitätskriterien vergeben werden, im Zuge von Vereinbarungen, die Teile des Hochschul-Plans sind", sagte Töchterle und nannte als Beispiele "Synergien, Kooperationen, Profilschärfungen".

Die Rektoren der Unis hatten alleine für ihren Bereich eine Erhöhung des Budgets in den Jahren 2013 bis 2015 um 300 Mio. Euro pro Jahr gefordert, um den laufenden Betrieb aufrecht erhalten zu können.

Die Oppositionsparteien haben am Samstag erwartungsgemäß mit Kritik auf die Aussagen von Töchterle reagiert. Dem Minister fehle offensichtlich "jeder Plan", wie und wo er die Hochschulmilliarde einsetzen wolle, meinte FPÖ-Wissenschaftssprecher Martin Graf. "Als ehemaliger Rektor einer Uni ein halbes Jahr nach Amtsantritt noch immer auf einen Hochschulplan zu vertrösten, der offenbar nicht einmal ansatzweise vorliegt, ist ausgesprochen schwach."