Erstellt am 30. August 2013, 12:44

Töchterle will Zustrom deutscher Studenten bremsen. Wissenschaftsminister Töchterle überlegt neue Hürden, um den Zustrom deutscher Studenten an die österreichischen Universitäten einzudämmen. Er lässt prüfen, ob die "Ansässigkeit" ein möglicher Ansatzpunkt wäre.

"Man könnte sagen: Wer seit zumindest fünf Jahren in Österreich ansässig ist, wird beim Studienplatz in irgendeiner Weise bevorzugt", sagte Töchterle.

Grundsätzlich hält Töchterle Mobilität für "ein hohes Gut und ausländische Studierende sind uns sehr willkommen", wie er in einem vom Ministerium am Freitag veröffentlichten Statement betont. Es gebe aber "in einigen wenigen Fächern an manchen Standorten Schieflagen".

Als Beispiel nannte er den Andrang deutscher Erstsemestriger an der Psychologie in Salzburg und Innsbruck sowie Sportwissenschaft, Ingenieurwissenschaft, Geografie und Publizistik in Salzburg.

"Es geht darum, diese Schieflagen auszugleichen und auch die Chancen zu erhöhen, dass Absolventen nach ihrem Studium in Österreich bleiben. Daher wäre in Studien mit Schieflagen ein Prinzip der Zulassung stimmig, das einem gewissen Nahebezug zu Österreich Rechnung trägt", so Töchterle.

Er lässt deshalb Möglichkeiten prüfen, "die sowohl den Interessen der österreichischen Studierenden als auch dem EU-Recht entsprechen". Natürlich würde dies auch mit der Europäischen Kommission erörtert werden. Töchterle meint in den "SN", Europarechtler hielten es nicht für ausgeschlossen, dass dieser Weg von der EU akzeptiert werde.

Nächste Woche beginnen unterdessen an einigen Unis die neuen Aufnahmeverfahren in den Fächern Biologie (5. September), Ernährungswissenschaften (6. September) und Pharmazie (9. September). Angehende (Molekular-)Biologen müssen sich dabei nur an der Uni Graz und der Technischen Uni Graz einer Prüfung stellen, Ernährungswissenschafter an der Uni Wien und Pharmazeuten an den Unis Wien, Graz und Innsbruck.

Knapp davor sind die Testtage in den seit Jahren zugangsbeschränkten Fächern Psychologie (3. September) an den Unis Wien, Graz, Salzburg, Klagenfurt, Innsbruck sowie am 4. September in Publizistik (Uni Wien, Uni Salzburg).