Erstellt am 25. April 2012, 00:00

Trafiken in der Klemme. FACHGRUPPENTAGUNG / Die heimischen Trafikanten klagen über immer weniger Gewinn.

Bundesgremialobmann Peter Trinkl, Landesgremialobmann Hannes Dragschitz, Tina Reisenbichler von der Monopolverwaltung, Raiffeisen-Generaldirektor Julius Marhold, Gastronomie-Spartengeschäftsführer Franz Perner, Franz Pietsch vom Bundesministerium für Gesundheit und Pablo Di Biase vom Tobaccoland (v.l.) diskutierten am Sonntag in der Wirtschaftskammer über die Lage der heimischen Tabaktrafikanten. FOTO: WERNER MÜLLNER  |  NOEN
VON DORIS SEEBACHER

Die Raucher klagen, dass Zigaretten immer teurer werden. Die Trafikanten klagen, dass ihre Gewinnspanne immer kleiner wird. Wie kann das gehen? „Weil die Tabaksteuer stärker angestiegen ist als die Zigarettenpreise“, erklärt Hannes Dragschitz, burgenländischer Landesgremialobmann der Trafikanten.

Alleine im vorigen Jahr wurde die Tabaksteuer drei Mal erhöht.

Billigzigaretten  aus dem Ausland

Und auch der Wettbewerb mit Zigaretten aus den Nachbarländern Ungarn, Tschechien und der Slowakei ist nach wie vor präsent. „In Ungarn kostet ein Packerl Marlboro nur 2,50 Euro“, so Dragschitz. 31 Prozent des Jahresumsatzes gehen den heimischen Trafikanten durch die Billigzigaretten verloren.

Ein weiteres Problem bei Tabakwaren aus dem Ausland: „Man weiß nie genau, woher sie kommen und es könnten auch gefälschte Produkte sein“, erklärt Dragschitz, was wiederum für Raucher stark gesundheitschädigend sein könnte. Was sich Dragschitz hierbei für sein Geschäft und seine Kollegen wünschen würde? „Dass die Zigaretten vom freien Marktverkehr herauskommen werden, weil die Grundtabaksteuer nicht in allen EU-Ländern gleich ist.“

Ein weiteres Thema, das sich auf die heimischen Trafiken auswirkt, ist das Rauchverbot in der Gastronomie. Die meisten Anzeigen bei Verstößen gab es hier in Eisenstadt und in Bad Tatzmannsdorf.

Eine Diskussion läuft momentan um die Zigarettenautomaten. Grüne und EU fordern laut Dragschitz ein Verbot. „Diese Forderung ist jedoch vom Gesundheitsministerium abgewiesen worden, weil wir genug Jugendschutz betreiben“, so Dragschitz.

Vorbildwirkung: Tagung  erstmals rauchfrei

Die Mitglieder der Fachgruppentagung gingen diesmal mit gutem Beispiel voran: die Tagung fand im Saal der Wirtschaftskammer rauchfrei statt.

Derzeit gibt es im Burgenland 313 Tabaktrafikanten, das sind um 20 Prozent weniger als vor zehn Jahren. „Viele Trafiken wurden einfach nicht nachbesetzt, weil die Umsätze zu schwach waren“, so Dragschitz.