Erstellt am 14. März 2016, 11:47

von Wolfgang Millendorfer

Trauer um Rudolf Sarközi. Der Vorsitzende des Volksgruppenbeirates der Roma ist am Samstag im 72. Lebensjahr verstorben.

 |  NOEN, Pekovics
Wie jetzt bekannt wurde, ist der Vorsitzende des Volksgruppenbeirates der Roma, Rudolf Sarközi, am Samstag verstorben. Sarközi wurde 71 Jahre alt.

Im Jahr 1944 im Anhaltelager Lackenbach geboren, verbrachte Rudolf Sarközi seine Kindheit und Jugend in Unterschützen. In den 1980er-Jahren begann er sich gegen die Diskriminierung der Roma zu engagieren, 1991 war er Mitbegründer des Vereins Österreichischer Roma.

Nach Oberwart-Attentat Vieles verbessert

Sein Ziel, die Anerkennung der Roma und Sinti als Volksgruppe, erreichte er im Jahr 1993. Auch danach setzte sich Sarközi für die Anliegen der Roma ein, initiierte Forschungsarbeiten und die Errichtung von Gedenkstätten und Mahnmalen. Nach dem Attentat von Oberwart 1995 wurde mit dem Roma-Bildungsfonds die Situation der Volksgruppe weiter verbessert.

Im Jahr 2002 wurde Rudolf Sarközi, der bis zuletzt gegen Intoleranz aktiv war, der Ehrentitel Professor verliehen. Sarközi hinterlässt seine Frau, einen Sohn und zwei Enkelkinder.

Betroffenheit in der Landespolitik

Landeshauptmann Hans Niessl würdigte Sarközis Wirken in einer Aussendung: „Rudolf Sarközi ist eine verdienstvolle Persönlichkeit gewesen, die sich immer dafür eingesetzt hat, dass Antisemitismus, Rassismus, Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Ausgrenzung in unserer Gesellschaft keinen Platz mehr haben dürfen. Er war die treibende Kraft für die Anerkennung als Volksgruppe am 16. Dezember 1993. Dass Roma und Sinti heute die rechtliche Gleichstellung wie die anderen Volksgruppen haben, wäre ohne den Einsatz von Prof. Rudolf Sarközi nicht möglich gewesen.“

Betroffen zeigte sich auch ÖVP-Landesobmann Thomas Steiner: „Ein Identitätsstifter ist von uns gegangen. Prof. Rudolf Sarközi hat erreicht, dass die Volksgruppen der Roma und Sinti Gleichberechtigung erhalten. Sein Name wird immer verbunden bleiben mit gegenseitigem Respekt, Verständnis und Toleranz.“

Landtagspräsident Christian Illedits fasste die Betroffenheit der Abgeordneten in Worte: „Rudolf Sarközi war das authentische Gesicht des Kampfes für Gleichberechtigung und gegen Diskriminierung von Minderheiten. Er war die glaubwürdige Stimme gegen Intoleranz und Rassismus. Die Politik ist es den Errungenschaften Sarközis schuldig, seine Ziele im Hinblick auf die gesellschaftliche Gleichstellung von Minderheiten weiterzuverfolgen.“

„Das Burgenland trauert um einen unermüdlichen Kämpfer für die Rechte der Volksgruppe der Roma und Sinti", erklären auch die Grünen Burgenland in einer ersten Stellungnahme. „Er hat die Roma und Sinti in Österreich sichtbar gemacht. Wir sind ihm für sein Engagement dankbar.“

Die Liste Burgenland schreibt in einer Aussendung: „Er hat viel bewegt, sich immer wieder neue Ziele gesteckt die er auch erreicht hat. Mit Rudolf Sarközi verliert das Burgenland einen Menschen, der unermüdlich für die Gleichstellung der Volksguppen im Burgenland und gegen Intoleranz gekämpft hat.“

Nikolaus Berlakovich, Volksgruppensprecher der ÖVP im Nationalrat, betont, dass Sarközi auch stets Wert auf ein tolerantes Miteinander und ein Zusammenwirken aller Beteiligten auf Augenhöhe gelegt habe: „Für uns alle, die ihn persönlich erleben durften, war er vor allem ein Freund, getragen vom Geist des Miteinanders und der Verständigung. Als solchen werden wir ihn immer in Erinnerung behalten.“

Für die FPÖ-Burgenland nahm Volksgruppensprecherin und Dritte Landtagspräsidentin Ilse Benkö zu Rudolf Sarközis Ableben Stellung: „Was mich am meisten am Wirken des Menschenfreunds Rudolf Sarközi beeindruckt hat, war die Bereitschaft zum Dialog mit allen Volksgruppen, Interessengemeinschaften und Parteien. Er hat gegen die gesellschaftliche Ausgrenzung seiner Volkgruppe gekämpft und daher auch selber niemanden vom Dialog ausgeschlossen. Das zeichnete ihn als großen Brückenbauer und Demokraten aus.“