Erstellt am 07. August 2014, 02:17

von APA Red

Prammers Sarg im Parlament aufgebahrt. Die Bevölkerung nimmt in großer Zahl Abschied von der verstorbenen Nationalratspräsidentin Barbara Prammer (SPÖ).

Am ersten Tag haben sich bereits rund 2.600 Menschen in der Säulenhalle des Parlaments eingefunden, wo die Präsidentin noch bis Freitag um 17 Uhr öffentlich aufgebahrt ist, um ihr Respekt zu zollen. Am Samstagvormittag findet dann die offizielle Trauerfeier vor dem Parlament statt.

Auch das elektronische Kondolenzbuch () verzeichnet mit heutigem Stand bereits rund 5.000 Eintragungen. Ebenso herzlich und respektvoll gestalten sich die rund 1.000 Trauerbezeugungen in den im Besucherzentrum aufliegenden Kondolenzbüchern, schrieb die Parlamentskorrespondenz am Donnerstag.

Im Ausland ist die Betroffenheit ebenfalls groß. 33 Kondolenzschreiben, darunter von allen Parlamenten im EU-Raum sowie des Präsidenten der Interparlamentarischen Union (UPU), ferner u.a. aus Israel, der Schweiz und China sind eingelangt.

So würdigt die Präsidentin des Niederländischen Repräsentantenhauses, Anouchka Van Miltenburg, vor allem die Rolle Prammers in der Parlamentarischen Versammlung der OSZE. Prammer habe das internationale Netzwerk der Parlamentspräsidentinnen gegründet.

Am Donnerstag war Prammer (SPÖ) ein letztes Mal ins Parlament zurückgekehrt. Ihr Leichnam wurde in einem geschlossenen Sarg, umhüllt mit der rot-weiß-roten Nationalflagge, für zwei Tage in der Säulenhalle aufgebahrt.

Empfangen wurde der in einem Glaswagen gebrachte Sarg auf der Rampe des Parlaments von den beiden amtierenden Nationalratspräsidenten Karlheinz-Kopf (ÖVP) und Norbert Hofer (FPÖ), Bundesratspräsidentin Ana Blatnik (SPÖ), den Klubchefs der Parlamentsparteien und den Mitarbeitern des Büros der verstorbenen Präsidentin.

Sarg am Freitag noch öffentlich zugänglich

Zunächst konnten sich die Parlamentsmitarbeiter und Abgeordneten unter Ausschluss der Öffentlichkeit von ihrer Präsidentin verabschieden. Kopf und Parlamentsdirektor Harald Dossi richteten dabei noch einige Worte an die Mitarbeiter.

Danach wurde das Parlament für die Bevölkerung geöffnet. Sehr rasch bildete sich eine Menschenschlange, die durch die Säulenhalle bis hinaus auf die Rampe reichte. Angestellt hatten sich inmitten der Bevölkerung auch einige Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und frühere Abgeordnete.

Die meisten von ihnen verharrten kurz vor dem Sarg und verneigten sich. Neben dem Sarg hielten vier Mitglieder der Sozialistischen Jugend mit ihren roten Fahnen Ehrenwache für die verstorbene SPÖ-Spitzenpolitikerin.

Die Bevölkerung hat noch am Freitag von 10 bis 17 Uhr Gelegenheit, der verstorbenen Nationalratspräsidentin die letzte Ehre zu erweisen. Am Samstagvormittag findet dann die offizielle Trauerfeier vor dem Parlament statt.

Neben tausenden Menschen werden dazu auch rund 600 Ehrengäste erwartet. Danach wird der Sarg im Glaswagen zum Wiener Zentralfriedhof gebracht, wo die Einäscherung erfolgt. Das Datum der Beerdigung im engsten Familienkreis wird nicht bekannt gegeben.