Erstellt am 24. April 2013, 00:00

trauern um Kröpfl. von 63 Jahren verstorben. Wegbegleiter würdigen seine Verdienste.

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Überraschend ist Franz Kröpfl, Juwelier in Eisenstadt und ehemaliger Präsident der Wirtschaftskammer Burgenland, in der Nacht auf Samstag im Alter von 63 Jahren verstorben. Geschockt über diese Nachricht zeigten sich zahlreiche Vertreter aus Politik und Wirtschaft, die Franz Kröpfls unermüdlichen Einsatz für das Land und seine Unternehmer sowie für die Landeshauptstadt würdigten.

Weichenstellungen in Wirtschaft und Politik 

„Wir werden ihn vermissen“, sagte Peter Nemeth, Kröpfls Nachfolger als Wirtschaftskammer-Präsident und ehemaliger Bürgermeister von Eisenstadt. Nemeth verweist auf wichtige Projekte, die während der Amtszeit Kröpfls umgesetzt wurden – etwa die Reform der Wirtschaftskammer und deren Service-Ausrichtung sowie den Neubau in Eisenstadt.

„Franz Kröpfl war aber auch ein gewichtiger Partner bei vielen wirtschaftspolitischen Weichenstellungen im Burgenland, wie etwa bei der Erlangung des Ziel-1-Status“, erinnert Peter Nemeth. „Er war ein stets kritischer, aber konsensfähiger Sozialpartner mit guten Netzwerken auf Landes- und Bundesebene.“ Als „langjährigen Freund und politischen Weggefährten“ wird Landeshauptmannstellvertreter Franz Steindl Kröpfl vermissen. „Er war in der Sache kritisch, in der Diskussion fair und persönlich immer loyal“, sagt Steindl.

Zwei Jahrzehnte lang an Kröpfls Seite war auch sein Vorgänger und späterer Vizepräsident, der ehemalige Landesrat Eduard Ehrenhöfler. Im Gespräch mit der BVZ erinnert er sich an die gute Zusammenarbeit: „Wenn man in der Öffentlichkeit tätig ist, braucht man Menschen wie ihn. Solche, die einem Rückhalt geben.“

Um seinen Freund trauert auch der frühere Wirtschaftslandesrat Karl Kaplan: „Als ich überraschend Landesrat wurde, hatte ich von Anfang an die Unterstützung der Wirtschaftskammer, das war ja nicht selbstverständlich. Vielleicht war das ein Geheimnis unserer erfolgreichen Zusammenarbeit.“

Franz Kröpfls Verdienste um die Landeshauptstadt würdigte Bürgermeister Thomas Steiner: „Er war ein Wegbereiter für viele Initiativen, die heute nicht mehr wegzudenken sind.“ Engagiert war Kröpfl auch im Burgenländischen Ausstellungsverein, der das „Fest der 1.000 Weine“ organisierte, sowie als Funktionär des einstigen Bundesligavereins SC Eisenstadt.

Nach einer Operation der Stimmbänder und des Kehlkopfes lebte Franz Kröpfl zuletzt von der Öffentlichkeit zurückgezogen in seinem Haus in Eisenstadt. Die Trauerfeier für den Verstorbenen findet am Montag, dem 29. April, um 14.30 Uhr im Eisenstädter Dom statt.

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Reaktionen und Lebensstationen

Geboren wurde Franz Kröpfl am 22. Oktober 1949 in Wien. Nach der Pflichtschule besuchte Kröpfl die Bundesfachschule für Uhrmacher. In der Schweiz erwarb er sich eine einschlägige Praxis. 1982 übernahm er die drei Juweliergeschäfte und die Uhrmacherwerkstätte von seinen Eltern. 1992 eröffnete er ein weiteres Geschäft in Mattersburg.

In der Wirtschaftskammer Burgenland war Kröpfl zunächst Vorsitzender der Fachvertretung Gold- und Silberschmiede, Juweliere und Uhrmacher sowie Fachvertreter für Handel mit Juwelen, Gold- und Silberwaren. Am 7. Dezember 1987 wurde er zum Präsidenten der Wirtschaftskammer gewählt und übte diese Funktion bis zum Jahr 2005 aus.

In Eisenstadt engagierte sich Franz Kröpfl 15 Jahre im Gemeinderat und war neun Jahre lang auch erster Vizebürgermeister.

Wirtschaftskammer-Präsident Peter Nemeth: „Franz Kröpfl hat mit großem persönlichem Einsatz für das Burgenland und die Unternehmer gearbeitet. Bis zuletzt hat er eigene Interessen dem Gemeinwohl untergeordnet. Wir werden ihn vermissen.“

Landeshauptmann Hans Niessl: „Als wichtige Persönlichkeit war Franz Kröpfl am Aufstieg des Burgenlandes beteiligt.“

Landesvize und Wirtschaftsreferent Franz Steindl: „Franz Kröpfl war ein Reformer mit viel Gespür für das Machbare, der die Wirtschaftskammer zu einem modernen Dienstleistungs- und Service-Unternehmen geformt hat. Er hat die Anliegen der Wirtschaft nicht nur in der Sozialpartnerschaft, sondern auch in der Volkspartei stets mit Nachdruck vertreten.“

Eduard Ehrenhöfler, Ex-Landesrat und ehemaliger Kammer-Präsident: „Franz Kröpfl war ein Mann, der
immer zu seinem Wort gestanden ist. Der heutigen Politik würde ich mehr Menschen wie ihn wünschen.“

Karl Kaplan, ehemaliger Wirtschaftslandesrat: „Er war ein guter Freund, um den ich sehr trauere. Besonders gut in Erinnerung habe ich auch unsere ausgezeichnete Zusammenarbeit.“

Eisenstadts Bürgermeister Thomas Steiner: „Mit Franz Kröpfl verlieren wir einen großen Eisenstädter, der sich unermüdlich für seine Heimatstadt eingesetzt hat. Unser Beileid gilt insbesondere seiner Familie.“