Erstellt am 27. Juli 2012, 12:04

Troika setzt Kontrollen in Griechenland fort. In Athen gehen am Freitag die Kontrollen der Geldgeber weiter. Die Troika von EU, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) sollte am späten Vormittag den konservativen griechischen Ministerpräsidenten Antonis Samaras treffen. Dabei geht es erneut um das neue 11,5-Milliarden-Euro-Sparpaket, das die Geldgeber fordern.

Athen strebt an, die Umsetzung des Sparpakets um zwei Jahre und damit mindestens bis Ende 2015 zu strecken. Ergebnisse werden vorerst nicht erwartet. Die Kontrolleure wollten kommende Woche abreisen und Athen Zeit lassen, das Sparprogramm in die Wege zu leiten, hieß es aus Kreisen. Anfang September wollen sie wiederkommen und die Fortschritte beim Sparpaket und den Privatisierungen endgültig bewerten. Athen ist in Rückstand geraten, weil während des Dauer-Wahlkampfs im Frühjahr fast alle Reform- und Sparvorhaben liegen geblieben sind.

EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso hatte bei seinem Besuch in Athen gefordert: "Verzögerungen darf es nicht mehr geben". Nach seinem Treffen mit dem griechischen Regierungschef Antonis Samaras hatte der EU-Kommissionschef am Donnerstagabend gesagt: "Wir stehen den Griechen bei. Die Reformen müssen in die Tat umgesetzt werden."

Eckpunkte des Sparpakets sehen nach bisherigen Informationen zusätzliche Kürzungen bei den Renten und im Gesundheitsbereich vor. Das Rentenalter soll von 65 auf 67 Jahre angehoben werden. Zudem sollen Löhne von Angestellten staatlich kontrollierter Betriebe wie der Elektrizitätsgesellschaft drastisch reduziert werden.

In der Zwischenzeit forderte Lettland einen schnellen Austritt Griechenlands aus dem Euro. "So rasch wie möglich sollte ein Weg gefunden werden, Griechenland aus der Euro-Zone auszuschließen - mit so wenig Schmerzen wie möglich", sagte der lettische Finanzminister Andris Vilks am Freitag. Lettland hofft auf einen Beitritt zur Eurozone im Jahr 2014.