Erstellt am 14. November 2010, 15:46

Tschürtz mit 86,13 Prozent als FPÖ-Chef bestätigt. Die burgenländischen Freiheitlichen haben Parteiobmann Johann Tschürtz am Sonntag beim Landesparteitag in Neudörfl mit 86,13 Prozent der Delegiertenstimmen in seiner Funktion bestätigt.

An der Wahl nahmen 101 Delegierte Teil, elf stimmten gegen Tschürtz, drei weitere Stimmen waren ungültig. Seine Stellvertreter Ilse Benkö, Norbert Hofer und Gerhard Kovasits wurden in offener Abstimmung ohne Gegenstimme wiedergewählt.

Die FPÖ sei mittlerweile im Landtag die führende Opposition, erklärte der Parteiobmann: "Wir sind die einzige Herausfordererparetei dieser Einheitskuschelpartie von SPÖ und ÖVP." Bei der Landtagswahl habe es offenkundig "Wahlbetrug" gegeben. "Wir wurden um ein Mandat betrogen", stellte Tschürtz rückblickend fest. Zur Zeit der Diskussionen um die Errichtung einer Erstaufnahmestelle für Asylwerber in Eberau sei die FPÖ im Burgenland Umfragen zufolge bei 15 Prozent gelegen. Bei der Bundespräsidentenwahl sei es dann zu einer "Stimmenverflachung" gekommen.

Dementsprechend stehe ab 1. Jänner 2011 der Ausbau der Parteiorganisation im Mittelpunkt. Ein Stimmenanteil von 15 oder 20 Prozent sei "im Burgenland nur mit einer perfekten Organisation möglich", weil es sehr wenige urbane Bereiche gebe, so Tschürtz. In Zukunft müsse die FPÖ "so stark werden, dass man an uns nicht mehr vorbei kann." 2011 werde man einen Weg einschlagen, der "ein sehr mühsamer sein wird. Alle müssen an einem Strang ziehen", sagte Tschürtz. Er wolle auch jene 14 Delegierte überzeugen, die ihn nicht gewählt hätten, meinte er nach seiner Wiederwahl.

Im Landtag will die FPÖ ein "Erziehungsgeld" für Mütter beantragen als "Mindestsicherung für jede Mutter". Der FP-Obmann forderte außerdem das "Aus" für die Briefwahl in derzeitiger Form. Beim Thema Sicherheit sei der Landeshauptmann gefordert, die 300 Polizisten ins Land zu holen, von denen er im Landtagswahlkampf gesprochen habe.

Im Zuge der organisatorischen Maßnahmen will Tschürtz auch ein "Zukunftsteam" für die nächsten Jahre festlegen. Dieses werde vielleicht noch vor der Gemeinderatswahl 2012 präsentiert, so der Parteiobmann.