Erstellt am 14. März 2013, 10:22

TU Wien verzichtet auf Aufnahmeverfahren. Die Technische Universität Wien verzichtet auf die durch den Testlauf zur Studienplatzfinanzierung ermöglichte Einführung von Aufnahmeverfahren in den Studienfeldern Architektur/Städteplanung und Informatik.

Gleichzeitig werde sie laut Rektorin Sabine Seidler den vom Wissenschaftsministerium vorgelegten Zusatz zur Leistungsvereinbarung nicht unterschreiben.

Darin wird ja festgehalten, wie viele Anfänger-Studienplätze die Uni in diesen Studienfeldern anbieten muss. "Ich unterschreibe nicht, weil wir nicht bestätigen können, dass wir für dieses verpflichtende Angebot von Studienplätzen auch die Ressourcen haben. Das ist Fairness gegenüber zukünftigen Studierenden."

Der Testlauf zur Studienplatzfinanzierung betrifft insgesamt fünf Studienfelder (Architektur und Städteplanung, Biologie und Biochemie, Informatik, Pharmazie sowie Wirtschaft), die wiederum 28 Fächer umfassen. In diesen Feldern wurde die Mindestzahl der Studienanfänger gesetzlich festgelegt, die Verteilung auf die einzelnen Unis bzw. Fächer sollte durch Verhandlungen zwischen Ministerium und Unis festgelegt werden.

Überschreitet die Zahl der Studienwerber die Mindestzahl der Studienplätze, dürfen die Unis Aufnahmeverfahren durchführen. An der TU Wien werden von diesen Feldern nur Architektur und Informatik angeboten.

Die vom Ministerium vorgelegte Mindestzahl sei "viel zu hoch, unrealistisch und hat mit den tatsächlichen Kapazitäten nichts zu tun", argumentiert die TU. Die Zahlen seien nicht akzeptabel. "Wenn es in die Nähe unserer Kapazitäten gegangen wäre, hätten wir es gemacht", erklärte das Rektorat unisono. Die neuen Beschränkungen brächten jedoch keine Entlastung in überlaufenen Fächern. "Im Gegenteil: Sie verschlimmern die Situation für Studierende und Lehrende."

Die Entscheidung der TU bedeutet, dass es weiterhin einen unbeschränkten Zugang an der Uni gibt - "nicht jedoch unbeschränkte Plätze", betont man: "Daraus folgt, dass in den beiden Studienfeldern Pläne umgesetzt werden müssen, um zu realistischen AnfängerInnenzahlen verknüpft mit einem qualitativen Betreuungsverhältnis zu kommen", so der Vizerektor für Lehre, Adalbert Prechtl.