Erstellt am 14. April 2013, 20:56

Turbulenter FPÖ-Parteitag im Burgenland. Nach bodenständigem Beginn mit Blasmusik-Klängen ging der Parteitag der FPÖ Burgenland am Sonntag in Oberschützen in ein turbulentes Finale.

Parteiobmann Johann Tschürtz wurde von den Delegierten mit 71,43 Prozent der Stimmen bestätigt und erzielte damit sein bisher schwächstes Ergebnis. Daraufhin kündigte er an, bereits am Dienstag die Vertrauensfrage zu stellen. Für Tschürtz votierten 75 Delegierte, 28 stimmten gegen ihn, zwei ungültige Stimmen wurden ebenfalls als Gegenstimmen gezählt.

Bei seinen bisherigen Kandidaturen hatte der burgenländische Parteiobmann Werte von 84 bis 91,9 Prozent erreicht. LAbg. Ilse Benkö, mit Vizebundesparteiobmann Norbert Hofer und LAbg. Gerhard Kovasits als Stellvertreterin von Tschürtz vorgeschlagen, nahm ihre Wahl - 59,5 Prozent hatten für sie votiert - gar nicht an.

Von seinem Abschneiden zeigte sich der FPÖ-Landesobmann enttäuscht. Das Ergebnis habe ihn "total überrascht", sagte Tschürtz am Rande des Parteitages. Bereits am Dienstag tagt der Landesparteivorstand, er werde dabei die Vertrauensfrage stellen: "Bei 71 Prozent ist das meine Pflicht."

Parteiobmann Heinz-Christian Strache hatte nach der Bekanntgabe des Ergebnisses gemeint, er finde es gut, dass Tschürtz die Wahl annehme. Der seit 2005 amtierende FPÖ-Landesobmann war im Vorfeld des Parteitages vom Landesparteivorstand "einhellig" für die Wiederwahl vorgeschlagen worden und trat als einziger Kandidat an.

Von Tschürtz' Stellvertretern erhielt der krankheitsbedingt abwesende Norbert Hofer mit 83,81 Prozent die höchste Zustimmung. LAbg. Gerhard Kovasits kam auf 53,33 Prozent.

Vor seiner Kür hatte der Landesparteiobmann das Abschneiden bei den Gemeinderatswahlen im Vorjahr gelobt, aber gleichzeitig auch kritische Töne angeschlagen: "Wir haben zu kämpfen bei der nächsten Landtagswahl", sagte Tschürtz, der wie Strache Rot und Schwarz sowie das Team Stronach ins Visier nahm. Vom in Vergangenheit ausgegebenen Ziel, 2015 einen Landesrat zu stellen, rückte Tschürtz ab. Die Landtagswahl werde eben "keine gmah'te Wies'n."