Erstellt am 10. Juli 2012, 04:33

U-Ausschuss befragt Grasser zu Glücksspiel. Der parlamentarische Korruptions-Untersuchungsausschuss kann heute wieder mit einem äußerst prominenten Zeugen aufwarten: Ex-Finanzminister Grasser soll den Abgeordneten zur Causa Glücksspiel Rede und Antwort stehen.

Auch der Lobbyist Peter Hochegger wird zum wiederholten Male vor den Ausschuss treten, wie auch sein ehemaliger Mitarbeiter Stefan Krenn. Peter Erlacher, Beamter im Finanzministerium, wird ebenfalls als Auskunftsperson zur Verfügung stehen. Abgesagt hat hingegen der wichtige Zeuge Kurt Lukasek: Der frühere FPÖ- und BZÖ-Mitarbeiter hätte über Zahlungen der Österreichischen Lotterien an eine BZÖ-Agentur befragt werden sollen.

Die Parlamentarier wollen beleuchten, ob es einen Zusammenhang zwischen einer geplanten Änderung des Glücksspielgesetzes im Jahr 2006 und Zahlungen der Glücksspielindustrie an die Politik gegeben hat. Dabei ging es einerseits um den Versuch des niederösterreichischen Automatenkonzerns Novomatic und der Telekom Austria, das Monopol bei Internetwetten aufzubrechen, andererseits um eine von Lukasek erstellte neunseitige "Studie", für die die zum Monopolisten Casinos-Austria-Konzern gehörenden Österreichischen Lotterien 300.000 Euro an die ehemalige BZÖ-Werbeagentur Orange bezahlten.