Erstellt am 18. März 2012, 07:34

U-Ausschuss weiter mit prominenten Zeugen. Im parlamentarischen Untersuchungsausschuss zu diversen Korruptionsfällen werden kommende Woche teils prominente Zeugen erwartet.

Zur Causa Telekom sind Mittwoch und Donnerstag ÖIAG-Chef Markus Beyrer, der ÖVP-nahe Lobbyist Alfons Mensdorff-Pouilly, die früheren FPÖ-Politiker Walter Meischberger und Gernot Rumpold sowie dessen Ex-Frau Erika Daniel geladen.

Es geht um fragwürdige Geldflüsse und Jagdveranstaltungen. Den Auftakt macht Mittwochfrüh Beyrer, der als Aufsichtsratsvorsitzender der Telekom Austria für die Aufklärung der Parteienfinanzierungs- und Korruptionsaffäre im teilstaatlichen Konzern zuständig ist. In die Kritik geriet er zuletzt, weil er in seiner Zeit als Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV) auf Einladung der Telekom bzw. von Mensdorff-Pouilly an Jagdausflügen teilgenommen hatte. Der Grüne Peter Pilz spricht von einer "Schlüsselrolle" Beyrers in der "schwarzen Jagdgesellschaft".

Auch zu seinen Netzwerken wollen die Abgeordneten Beyrer befragen, war doch im Ausschuss bekanntgeworden, dass er etwa auch Teil eines "Niederösterreicher-Stammtisches" in Wien sein soll, bei dem Michael Fischer, ehemaliger ÖVP-Organisationsreferent und mittlerweile beurlaubter Public Affairs-Manager der Telekom, Generalsekretär ist. Fischer wird als Beschuldigter geführt. Dass bei dem Stammtisch Absprachen stattgefunden hätten, bestritt Fischer im Ausschuss.

Im Anschluss soll Mensdorff aussagen: Er wird zu seiner Rolle als Organisator von Jagdveranstaltungen befragt, die "offensichtlich zur Anbahnung von Korruption gedient haben", wie BZÖ-Abgeordneter Stefan Petzner gegenüber der APA meinte.

Die Telekom soll etwa einen Lear-Jet für einen Jagdausflug zu Mensdorff 2008 nach Schottland gezahlt haben - mitgeflogen sein soll zum Beispiel Beyrer. SPÖ-Fraktionsführer Hannes Jarolim interessiert sich besonders für die Hintergründe der diversen Jagdausflüge. FPÖ-Fraktionsführer Walter Rosenkranz sprach von konkreten Zahlungen der Telekom an den Lobbyisten und will wissen, wofür er diese erhalten hat.