Erstellt am 11. März 2012, 12:40

U-Ausschuss will erstes Thema abschließen. Der Korruptions-Untersuchungsausschuss will kommende Woche das erste Thema - die Kursmanipulationsaffäre der Telekom Austria aus 2004 - abschließen.

Damals hatte ein plötzlicher Anstieg des Aktienkurses in letzter Minute neun Mio. Euro schwere Bonuszahlungen an das Management ausgelöst.

Zwei der damaligen Vorstände sollen am Dienstag aussagen, ebenso der Chef der Finanzmarktaufsicht, die den Kurssprung schon damals skeptisch beäugt hatte. Am Mittwoch geladen ist Ex-Innenminister Strasser, der zu mutmaßlichen Provisionszahlungen durch die Telekom befragt werden soll.

Ausschuss-Vorsitzende Moser von den Grünen rechnet damit, dass man mit der Befragung der Ex-Vorstände Sundt und Colombo sowie von FMA-Chef Pribil zur Kursmanipulationsaffäre "dieses Kapitel abschließen" könne. Von Pribil erhofft sich Moser Aufschluss über die damalige Einschätzung der Finanzmarktaufsicht.

Die Aufsichtsbehörde hatte den Kurssprung nämlich äußerst kritisch betrachtet. Der Telekom-Aufsichtsrat ließ sich die Prüfergebnisse der FMA damals allerdings nicht kommen, wie der damalige ÖIAG-Chef Michaelis bei seiner Aussage einräumte. Moser will von den ehemaligen Vorständen, "die ja Nutznießer dieses Bonisegens waren", nun wissen, "in wie weit sie das eingefädelt haben und wie weit jeder Einzelne davon wusste".

Am Donnerstag ist mit dem (von der Telekom mittlerweile beurlaubten) Public Affairs Manager Fischer ein mutmaßlicher Kontaktmann des Konzerns zur ÖVP geladen. Fischer war bis 2007 Organisationsreferent der ÖVP, wechselte dann zur Telekom, fungierte aber noch bis 2011 als Co-Geschäftsführer jener Firma, die die schwarzen Parteizeitungen verlegt. Zudem ist Fischer nach wie vor Co-Geschäftsführer der Agentur MediaSelect, die den Wahlkampf von Ex-Justizministerin Gastinger nach deren Austritt aus dem BZÖ 2006 betreute. Fischer soll den Lonnyisten Hochegger beauftragt haben, 96.000 Euro an eine im Wahlkampf 2008 für die ÖVP tätige Werbeagentur zu überweisen.