Erstellt am 19. September 2012, 07:46

Unabhängig in Mode. Zur Gemeinderatswahl am 7. Ooktober treten soviele Listen an wie noch nie. FPÖ-Funktionär droht nun sogar Parteiausschluss.

 |  NOEN, Erwin Wodicka
REGION | Noch nie traten zu einer Gemeinderatswahl derart viele Listen und parteifreie Gruppierungen an wie am 7. Oktober. Sogar die SPÖ setzt auf dieses Pferd und kandidiert in einigen Güssinger Gemeinden als „SPÖ und Unabhängige“. In Oberwart beispielsweise kämpfen gleich sechs Gruppierungen (zusätzlich zu SPÖ, ÖVP und FPÖ auch erstmals die Grünen, die Piraten und die Liste Reinhard Perl) um die Gunst der Wähler – so viele wie noch nie.

Einen besonders interessanten Fall gibt es in Oberschützen, wo der aktuelle FPÖ-Gemeinderat Ernst Karner als Spitzenkandidat der Gruppierung „FPO – Freiheitliche Partei Oberschützen“ ins Rennen geht. „Einige Persönlichkeiten wollten nicht für die FPÖ kandidieren“, erklärt Karner. Mit der Gründung der FPO könnte er sich aber ein Parteiausschlussverfahren einhandeln, wie FPÖ-Landesobmann Johann Tschürtz erklärt: „Am 9. Oktober haben wir eine Landesvorstandssitzung, dort werden wir den Fall besprechen.“ Zusatz: „Ich werde den Antrag stellen, dass Karner als Mitglied der Partei gestrichen wird. Und ich gehe davon aus, dass mein Antrag angenommen wird.“
Spannend wird es am Wahltag in Bad Tatzmannsdorf, wo erstmals die Liste „JETZT“ mit Stefan Laimer an der Spitze antritt: „Ziel ist natürlich der Einzug in den Gemeinderat, mindestens mit einem Mandat.“ Trotz des Antretens von „JETZT“ scheint im Kurort die absolute Mehrheit der ÖVP mit zehn Mandaten (SPÖ sechs, FPÖ drei) gut abgesichert.

Anders ist die Situation in Stadtschlaining, wo Günther Wagner mit seiner Bürgerliste zum Zünglein an der Waage werden könnte. Aktuell hat die ÖVP zehn, die SPÖ neun und Wagners Liste zwei Mandate. „Wir wollen natürlich wieder in den Gemeinderat einziehen und mehr Mandate erreichen als 2007. Die absolute Mehrheit einer Partei muss verhindert werden“, sagt Wagner, der als Bürgermeisterkandidat „in eine Stichwahl kommen möchte“.