Erstellt am 26. September 2012, 11:56

Uni Wien braucht "finanziellen Spielraum". "Die Universität Wien ist wirtschaftlich gesund" - so weit die gute Nachricht von Rektor Heinz Engl am Mittwoch. Über die vergangenen drei Jahre hinweg habe man ausgeglichen bilanziert.

Gleichzeitig brauche man aber neuen "finanziellen Spielraum" zur Verbesserung der Betreuungsverhältnisse und für Investitionen in die Forschungsinfrastruktur.

Probleme ortete Engl vor allem bei der Betreuung der Studenten. "Wir sind nicht vermessen, uns mit dem MIT (Massachussetts Institute of Technology, Anm.) oder Harvard zu vergleichen, das ist eine andere Liga. Aber wir können und sollten uns mit der Uni Zürich und der Uni München vergleichen." An der Uni Wien betrage das Betreuungsverhältnis Professor zu Studierenden derzeit eins zu 266, während die Uni München mit eins zu 58 und die Uni Zürich mit eins zu 50 durchaus auf internationale Standards komme.

Als Ziel formulierte Engl, bei der Betreuung zumindest "in Richtung Züricher oder Münchner Verhältnisse zu kommen". Berücksichtige man nicht nur Professoren, sondern sämtliche Lehrende, bedeute das eine Verbesserung des Betreuungsverhältnisses von etwa eins zu 80 auf eins zu 40. "Das wird nicht in der nächsten Leistungsvereinbarungsperiode möglich sein", konzedierte er - eine Verbesserung auf eins zu 60 wäre aber drin.

Auch bei der Forschungsinfrastruktur müsse laut Engl nachgebessert werden. Bei Berufungsverfahren in ausstattungsintensiven Fächern merke man immer wieder, dass dort weniger das Einkommen, sondern die Infrastrukturausstattung der Knackpunkt sei. "Es gelingen schon noch gute Berufungen, aber wir sind an der Grenze."

Die Uni Wien ist mit rund 9.400 Mitarbeitern nach der Gemeinde der zweitgrößte Arbeitgeber Wiens. 2010/11 studierten an ihr rund 91.000 Personen und damit rund vier Prozent mehr als im Jahr davor. Die Zahl der Abschlüsse ist in diesem Zeitraum sogar um zehn Prozent auf rund 8.200 gestiegen.