Erstellt am 20. Dezember 2012, 09:34

uniko lehnt Regierungsentwurf für Uni-Zugang ab. Die Universitätenkonferenz (uniko) lehnt den Regierungsentwurf für einen Probelauf zur Studienplatzfinanzierung als "Etikettenschwindel" ab.

Hauptproblem: Zum Teil müssten ohnehin bereits überlaufene Unis noch mehr Studenten aufnehmen als bisher - auch als Folge eines Berechnungsfehlers im Entwurf, durch den auf die Studienanfänger im Sommersemester "vergessen" worden sei.

Durch das neue Gesetz soll ein Probelauf für eine Studienplatzfinanzierung in fünf "Studienfeldern" gestartet werden, die insgesamt 19 Studien umfassen. Die Mindestzahl aller Plätze pro Studienfeld soll dabei gesetzlich festgelegt werden und sich an der Studienanfängerzahl des Wintersemesters 2011/12 orientieren.

Wie viele Plätze die einzelnen Unis anbieten, soll dann zwischen Hochschulen und Wissenschaftsministerium ausverhandelt werden. Gibt es mehr Interessenten als Plätze, können die Unis Zugangsregelungen - sprich Aufnahmeprüfungen oder andere Varianten der Studentenauswahl - beschließen.

Für uniko-Präsident Heinrich Schmidinger handelt es sich dabei um ein "parteipolitisches Kompromisspapier" zwischen ÖVP und SPÖ. Da die SPÖ im Grunde eine Platzbeschränkung nicht wolle, sei die Regelung nur eine halbe Sache mit halben Effekten.

So werde etwa die Zahl der Studienplätze nicht an den tatsächlichen Kapazitäten der Unis bemessen, sondern an der Zahl der Inskriptionen im Jahr 2011. "Und man sagt, die Zahl darf nicht sinken", so Schmidinger. Damit würden die derzeit oft "fatalen Verhältnisse" fortgeschrieben.

Und schließlich sei offenbar noch ein handwerklicher Fehler passiert: Im Entwurf wurden lediglich die Anfängerzahlen des Wintersemesters 2011 festgeschrieben und auf jene des Sommersemesters offenbar vergessen. Als Folge müssten manche Unis 2013 aufgrund derzeit vorgesehener Umschichtungen zwischen den Unis trotz Platzbeschränkungen dann mehr Studenten aufnehmen als vorher.

Die uniko macht außerdem weiter gegen den im Zuge der gemeinsamen Lehrerausbildung geplanten Zertifizierungsrat für die Studienangebote von Unis und Pädagogischen Hochschulen mobil. Dieses von Wissenschafts- und Unterrichtsministerium beschickte Gremium soll unter anderem feststellen, ob das jeweilige Studienangebot die Kriterien für eine Anstellung der Absolventen an Schulen erfüllt und dabei etwa Studienpläne kontrollieren.