Erstellt am 16. September 2011, 12:38

Unis lehnen Entwurf für Studienberatung ab. Die Universitäten stehen der vom Wissenschaftsministerium geplanten Verordnung für die geplante verpflichtende Studienberatung sehr skeptisch gegenüber. Die Universitätenkonferenz (uniko) lehnt den Verordnungsentwurf "vehement ab, da an seiner Sinnhaftigkeit und seinem Nutzen gezweifelt wird". Die Rektoren fordern zudem eine gesamtheitliche Lösung für den Uni-Zugang "und kein Stückwerk".

Der Verordnungsentwurf sieht vor, dass ab Herbst 2012 nur noch jene ein Studium beginnen dürfen, die eine Studienberatung in Anspruch genommen und ein Motivationsschreiben verfasst haben. Schüler im Maturajahr sollen im Idealfall von einem entsprechend geschulten Lehrer informiert und für alle anderen sollen Angebote bei Beratungseinrichtungen geschaffen werden.

Die uniko bezweifelt, dass eine Beratung von zwei mal 45 Minuten pro Person in einem Kurs von etwa 20 Personen für eine gut informierte Studienentscheidung genügt: "Eine sinnvolle Beratung sollte passgenau sein und nicht nur eine formale Übung, die Geld kostet." Weiters wird der "hohe administrative Aufwand und Formalismus" kritisiert. Das von den Bewerbern verpflichtend verlangte Motivationsschreiben halten die Rektoren für überflüssig, weil damit "keinerlei Bewertung und Feedback verbunden ist".

Dass auch ausländische Studenten, insbesondere jene von außerhalb der EU, zur Beratung verpflichtet werden, nennen die Rektoren "Schikane" und "grenzenlosen Formalismus". Sie empfehlen den Verordnungsentwurf "grundlegend, nach den Bedürfnissen der Adressaten zu überarbeiten".

Unterdessen hat am Freitag das Verteidigungsministerium angekündigt, dass Grundwehrdiener ab 1. Oktober 2011 beim Bundesheer die verpflichtende Studienberatung in Anspruch nehmen können.