Erstellt am 16. Februar 2015, 16:21

Beschäftigungs-Fördermodell für ältere Arbeitslose. Über 4.500 Menschen ohne Job, rund ein Drittel aller Arbeitslosen, gehörten im Jänner im Burgenland zur Altersgruppe 50 plus.

 |  NOEN, APA
Um Betroffene in Beschäftigung zu bringen, wird Gemeinden ein Fördermodell angeboten. Kommunen, die einen Arbeitslosen bis zu ein Jahr lang beschäftigen, müssten nur einen Bruchteil der Lohn- und Lohnnebenkosten tragen, erklärte Soziallandesrat Peter Rezar (SPÖ) am Montag.

LH stellt Mittel aus Bedarfszuweisungen zur Verfügung

Rezar und Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ) erläuterten zwei Varianten: Bei einer Beschäftigungsdauer von acht Monaten würde das Land sechs Monate und der Landeshauptmann aus Bedarfszuweisungen einen Monat finanzieren. Einen Monat müssten die Gemeinden jeweils selbst übernehmen. Bei einer Laufzeit von einem Jahr würde das Land sechs Monate tragen, drei Monate sollen aus Bedarfszuweisungen des Landeshauptmannes und die restlichen drei Monate aus Mitteln der Kommunen aufgebracht werden.

Aus dem Topf der Bedarfszuweisungen seien heuer bis zu 300.000 Euro vorgesehen. "Aber das ist bei Bedarf noch aufzustocken", so Niessl. Das Modell unterscheide sich "wesentlich" von jenem, das kürzlich Landeshauptmannstellvertreter Franz Steindl (ÖVP) präsentiert habe und sei "deutlich besser": "Jeder, der über 50 und arbeitslos ist, kann das in Anspruch nehmen."

Steindls Initiative "100 für 100" baut auf dem von Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) im Vorjahr gestarteten Sonderprogramm "50+" auf. Arbeitslose können dabei bis zu sieben Monate zu für Kommunen günstigen Konditionen beschäftigt werden.

Unterstützung und Anreiz für Gemeinden bieten

Ein Vorteil des von der SPÖ entwickelten Modells sei neben der längeren Beschäftigungsdauer, dass auch jene Arbeitslosen teilnehmen könnten, die in den vorangegangenen zwei Jahren bereits in der betroffenen Gemeinde beschäftigt gewesen, so Rezar. Auch die beim Projekt "50+" festgelegte Voraussetzung, dass Teilnehmer zuvor 182 Tage arbeitslos gewesen sein müssen, entfalle bei der von der SPÖ präsentierten Variante.

Ziel sei es, Unterstützung und Anreiz für Gemeinden zu bieten, ältere Arbeitnehmer zu beschäftigen, so Niessl. Um an dem Förderprogramm teilzunehmen, sei die österreichische Staatsbürgerschaft Voraussetzung.

In den Genuss von Bedarfszuweisungen des Landeshauptmannes können nach der geltenden Regelung im Burgenland allerdings nur SPÖ-geführte Gemeinden kommen. Analog dazu vergibt für ÖVP-geführte Kommunen der Landeshauptmannstellvertreter die Bedarfszuweisungen.