Erstellt am 28. Oktober 2011, 18:30

Van der Bellen fordert mehr Geld für die Unis. Der frühere Grünen-Chef Alexander Van der Bellen kann sich die Wiedereinführung von Studiengebühren vorstellen, und zwar "genau dann und nur dann", wenn die Regierung - von der er sich "verarscht" fühlt - die Universitäten besser dotiert.

Die Abschaffung im Jahr 2008 sei in einer "Situation, die ich niemandem wünsche" geschehen, sagte er gegenüber dem "Standard". "Ich hatte in der Beziehung immer ein bissl einen Clinch mit meiner eigenen Partei", so der nunmehrige Uni-Beauftragte der Stadt Wien. Bei der Abschaffung sei die SPÖ vorgeprescht, die FPÖ habe zugestimmt - "und wir hätten als Neinsager übrig bleiben sollen? Zwei Wochen vor der Wahl? Das ging nicht anders."

Um aus der jetzigen Pattsituation herauszukommen, müssten sich alle bewegen, so Van der Bellen. Sollte der Bund sein Engagement glaubhaft erhöhen, "dann können wir auch über Studiengebühren reden". In finanzieller Hinsicht seien diese relativ uninteressant, in anderer Hinsicht vielleicht schon: "Man könnte das Stipendiensystem ausbauen und überdies spezifische Fonds an den Universitäten einrichten, wo die Studierenden mitbestimmen, was mit dem Geld gemacht wird."