Erstellt am 22. Mai 2016, 09:33

Van der Bellen kann bei bis zu 48,5 Prozent auf Sieg hoffen. Der von den Grünen unterstützte Kandidat Alexander Van der Bellen kann bei einem Ergebnis bis zu 51,5 Prozent Norbert Hofers (FPÖ) hoffen, am Montag doch noch Bundespräsident zu werden.

 |  NOEN, APA

Die die zu erwartenden rund 700.000 Briefwähler könnten das Ergebnis noch drehen, ergab eine Briefwahlschätzung der ARGE Wahlen. Bei der Hofburg-Stichwahl ist mit einem Briefwähler-Rekord zu rechnen - denn die Zahl der Wahlkartenanträge war mit fast 900.000 deutlich größer als bisher.

Damit kann ihre Auszählung am Montag das vorläufige Endergebnis, das Sonntagabend verkündet wird, noch ziemlich stark verändern. Zumal ein Grüner und ein Blauer in der Stichwahl stehen - und die Grünen (auch Van der Bellen im ersten Wahlgang) bei den Briefwählern immer deutlich besser abschneiden als in der Urnenwahl, die Blauen bzw. Hofer hingegen deutlich schwächer.

Anzahl gültiger Stimmen schwer abschätzbar

Bleibt die Wahlbeteiligung ähnlich hoch wie im ersten Wahlgang ist - abzüglich der bereits mitgezählten Wahlkarten, die am Sonntag im Wahllokal abgegeben wurden - mit fast 700.000 Briefwählern zu rechnen. Verhalten sie sich ähnlich wie am 24. April, dürfte Hofer davon rund 289.000 bekommen, Van der Bellen 411.000. Hat Van der Bellen im ersten Wahlgang zumindest 48,5 Prozent geschafft, könnte er mit der Briefwahl über 50 Prozent erreichen - und wäre Bundespräsident.

Es ist allerdings schwer abzuschätzen, wie viele Briefwähler gültig wählen. Denn einerseits ist es gut möglich, dass deutlich mehr Stimmberechtigte weiß - also ungültig - wählen. Außerdem dürfte die Zahl der ungültigen Stimmen auch dadurch höher ausfallen, dass die Wahlkarte für den zweiten Wahlgang (ein leerer Stimmzettel) gleich mit jener für den ersten Durchgang bestellt werden konnte. Aber sie durfte erst am 3. Mai ausgefüllt werden. Wahlkarten, die davor von der Post abgestempelt wurden, sind ungültig.