Erstellt am 22. Juni 2016, 06:50

von Wolfgang Millendorfer

Verbands-Streit: Misstöne bei der Blasmusik. Kritik an der Vorstandswahl sorgt für offene Debatten im Blasmusikverband. Obmann Alois Loidl ist jetzt um Ruhe bemüht, das letzte Wort hat jedoch ein Schiedsgericht.

Josef Treiber: »Eine schnelle Aufklärung ist jetzt nötig.« Fotos: BVZ  |  NOEN, BVZ
Auslöser der Diskussionen im Blasmusikverband, die nun über interne Schreiben an die Öffentlichkeit gelangten, war die Vorstandswahl, bei der Alois Loidl (Bild unten) als Obmann bestätigt wurde. Allerdings nur mit 52,3 Prozent der Stimmen, da mit der Liste von Josef Treiber erstmals ein Gegenkandidat antrat.



Jetzt tauchte ein anonymer Brief auf, in dem zum einen von „undurchsichtigen Vorgängen“ rund um kaputte Festplatten kurz vor der Kassaprüfung die Rede ist. Zum anderen wird auch die Wahl kritisiert, die mit dem „Kuriosum der Stimmweitergabe“ beeinflusst worden sei.

Denn im Blasmusikverband besteht die Möglichkeit, seine Stimme durch einen „Stellvertreter“ abzugeben. Das ist zwar in den Statuten verankert, bei der Wahl sei es zumindest einem Vertreter der „Liste Treiber“ jedoch verwehrt worden, so die Vorwürfe.

Diese werden von Obmann Loidl auf BVZ-Anfrage aufs Schärfste zurückgewiesen: Die Kassa sei in Ordnung, was viele Ehrenamtliche bezeugen könnten, die Weitergabe der Stimme sei rechtens. „Es geht hier um eine persönliche Sache. Durch diesen Rundumschlag wird die Blasmusik im Burgenland leider in ein schlechtes Licht gerückt“, hält Loidl fest.

Schiedsgericht: Kommt es jetzt zur Neuwahl?

Wie Loidl, wünscht sich auch der zweite Listenführer Josef Treiber vom Musikverein Großhöflein, dass bald wieder Ruhe einkehrt, denn: „Darunter leidet nur der Blasmusikverband.“

Wie Treiber betont, habe er nicht als „Konkurrent“ kandidiert, sondern da man davon ausgegangen war, dass Loidl nicht mehr zur Wahl antrete. Seine Kritik zielt auf Vereine ab, die nicht offiziell als Mitglieder geführt werden, bei der Wahl aber stimmberechtigt waren.

Der „Formalfehler“ soll in einer vorgezogenen Vorstandssitzung behoben werden. Da vor allem im Bezirk Eisenstadt Vereins-Mitgliedschaften fraglich sind, wurde von dort aus aber auch das Schiedsgericht angerufen, das nun über die Gültigkeit der Vorstandswahl entscheidet.