Erstellt am 14. Dezember 2011, 00:00

Verbot fürs Haarefärben? . EU-RICHTLINIE / Verwirrung bei Burgenlands Friseuren: Werden Warnhinweise missachtet, machen sie sich bald strafbar.

 |  NOEN
VON DORIS SEEBACHER

Laut einem EU-Gesetz, das mit 1. November 2012 in Kraft tritt, müssen auf Haarfärbemitteln, die gefährliche Inhaltsstoffe beinhalten, Warnhinweise stehen, dass sie an Jugendlichen unter 16 Jahren nicht angewandt werden dürfen. Grund dafür sind die in Haarfärbemitteln enthaltenen Phenylendiamine, die allergische Schocks auslösen können.

Wie reagieren nun die burgenländischen Friseure auf diese neue Verordnung? Dürfen sie weiterhin Jugendlichen die Haare färben? Machen sie sich strafbar, wenn auch jetzt schon ein allergischer Schock auftritt? Innungsmeister Diethard Mausser aus Jennersdorf rät den Friseuren – bezugnehmend auf das EU-Gesez – jungen Leuten unter 16 gar nicht die Haare zu färben, denn: „Jeder, der diesen Warnhinweis nicht beachtet, kann in     die Haftung genommen werden.“

Wer doch färbt, solle genau darauf achten, was auf    der Verpackung steht. Auf vielen Packungen gibt es jetzt schon die Warnhinweise. Es mache sich jedoch momentan kein Friseur strafbar, wenn er Jugendlichen unter 16 Jahren die Haare färbt. Mausser verweist auch auf Naturprodukte, die ohne Bedenken weiterhin verwendet werden könnten.

Weiterhin färben wird Peter Fillipowitsch in seinen Haarstudios in Horitschon und Oberpullendorf. Jedoch mit großer Vorsicht: „Wir arbeiten auch jetzt schon mit Sicherheitscremen, die man vorher auf die Kopfhaut aufträgt, oder mit Farbblockern.“ Und schon immer werde vor dem Färben die Farbe auf den Ellbogen der Kunden getestet.

Färben? „Ja – aber  mit großer Sorgfalt“

Ganz vorsichtig ist auch Oswald Perlinger aus Eisenstadt. Auch er wird weiterhin Jugendlichen unter 16 Jahren die Haare färben, natürlich mit der nötigen Sorgfalt. „Bei jungen Kunden fragen wir prinzipiell die Eltern. Wir machen bereits eine Woche vorher Tests am Unterarm“, so Perlinger, der bereits auf 23 Jahre Erfahrung im Gewerbe zurückblicken kann. Und er beruhigt: „Die Gesetze in Österreich sind sowieso viel strenger als im Ausland, weil die Produkte dem Lebensmittelschutzgesetz unterliegen.“