Erstellt am 30. März 2011, 14:40

Verhandlungen zum Lehrerdienstrecht starten. Die lange angekündigten Verhandlungen zum Dienst- und Besoldungsrecht für Lehrer zwischen Regierung und Gewerkschaft starten am kommenden Dienstag. Für Schmied und Amon steht dabei die Frage einer "Neudefinition der Lehrerarbeit" im Vordergrund.

 |  NOEN
Bei diesem ersten Gespräch mit Gewerkschaftschef Fritz Neugebauer (V) sollen u.a. Struktur, Themen und Zeitplan der Verhandlungen besprochen werden, sagten Unterrichtsministerin Claudia Schmied (S) und VP-Bildungssprecher Werner Amon am Mittwoch bei einer Pressekonferenz. Neben den beiden werden auch Beamtenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (S) und Finanzstaatssekretär Reinhold Lopatka (V) an dem Gespräch teilnehmen.

Für Schmied wie Amon ist dabei klar, dass das neue Dienstrecht zu einer "Neudefinition der Lehrerarbeit" führen muss. "Es ist nicht die Frage, ob die Lehrer mehr oder weniger arbeiten, sondern welche Aufgaben sie übernehmen", so Amon. Gleichzeitig müsse man mit den Lehrern "sorgsam umgehen" und davon Abstand nehmen, "dauernd auf sie einzuschlagen".

Für Schmied ist bei einem neuen Dienstrecht hingegen auch eine Erhöhung der Lehrverpflichtung "nicht tabu", wie sie betonte. Allerdings gehe das geplante neue Dienstrecht, das nur für neu in den Dienst eintretende Pädagogen gelten soll, "weit über eine Stunden-Debatte hinaus". Da Lehrer auch auf einem internationalen Arbeitsmarkt tätig seien, müsse sich das neue Dienstrecht überdies an den Modellen anderer Länder orientieren, sagte Schmied mit Hinweis darauf, dass etwa aus der Schweiz oder Bayern österreichische Lehrer abgeworben werden.

"Entscheidend ist, dass wir das Selbstvertrauen und das Berufsbild der Lehrer aufwerten und ihre Arbeit viel umfassender sehen", sagte Schmied. Immerhin würden neben dem Unterricht heute auch Elterngespräche, Qualitätsentwicklung oder Teamteaching zu ihren Aufgaben gehören. Die Unterrichtsministerin betonte in diesem Zusammenhang ihre Forderung nach leistungsabhängiger Bezahlung für Lehrer, etwa für jene, die Mentoring für neue Kollegen übernehmen. "Leistung muss sich auch für Lehrer lohnen."

Wie hoch die zusätzliche Kosten für das neue Dienstrecht ausfallen werden, konnte Schmied noch nicht sagen. Künftig sollen junge Lehrer ein höheres Einstiegseinkommen und danach eine flachere Gehaltskurve haben, was anfänglich zu Mehrkosten führt. Da bei der schon beginnenden Pensionierungswelle viele Lehrer mit hohen Gehältern aus dem aktiven Dienst ausscheiden, gebe es aber "gewisse budgetäre Spielräume". Auch für Amon muss beim Besoldungsrecht die Abflachung der Einkommenskurve im Mittelpunkt stehen. Er kann sich allerdings vorstellen, angesichts der angespannten Budgetsituation Besoldungs- und Dienstrecht getrennt voneinander zu verhandeln.