Erstellt am 09. Februar 2012, 12:59

Versicherung für Ehrenamtliche abgeschlossen. Mehr als 315.000 Wochenstunden an ehrenamtlicher Arbeit werden im Burgenland jährlich geleistet. Für die mehr als 100.000 Freiwilligen hat das Land Burgenland eine Haft-und Unfallversicherung abgeschlossen, teilte Landeshauptmann Hans Niessl mit.

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Die Versicherung gilt beispielsweise für Mitglieder von Sport- und Musikvereinen, die bei Renovierungsarbeiten der Vereinshäuser verletzt werden.

In westlichsten Bundesland Österreichs wurde die "Vorarlberger Ehrenamts- und Freiwilligenversicherung" im Juli 2009 abgeschlossen. Das burgenländische Pendant gibt es ab sofort, die Anmeldung erfolgt online auf der Internetseite www.sicherimburgenland.at . Die Kosten für das Land betragen knapp 40.000 Euro, laut Niessl "sehr gut angelegtes Geld, weil es diesen freiwillig und ehrenamtlich Tätigen zu Gute kommt."

Die Haftpflicht-Versicherungssummen belaufen sich für Personen-und Sachschäden auf 2,5 Millionen Euro. Bei allen rechtlich selbstständigen Vereinen gemäß Vereinsgesetz wird eine Leistung ab einer Schadenshöhe von einer Million bis maximal zur vereinbarten Versicherungssumme erbracht. Beim pauschal geltenden Unfallversicherungsschutz beträgt die Summe je versicherter Person ab 50-prozentiger Invalidität 40.000 Euro, ab 75 Prozent (gilt auch bei 100-prozentiger Invalidität, Anm.) 80.000 Euro. Beim Unfalltod beträgt die Versicherungssumme 10.000 Euro.

Die Vereine seien aus finanziellen Gründen gezwungen, Renovierungsarbeiten in den Clubhäusern "in Eigenregie" zu machen, meinte Günter Kurz, Präsident des Burgenländischen Tennisverbandes. Kommt es bei solchen Arbeiten nun zum Unfall, greift die Versicherung - sofern sich die Mitglieder angemeldet haben. Dem Sprichwort "Was nix kostet, ist nix wert", müssen die Vereinsfunktionäre nun entgegenwirken und den Menschen "den Wert der Versicherung, die gratis ist, vermitteln. Das ist unsere Hauptaufgabe", sagte Alois Loidl, Präsident des Österreichischen Blasmusikverbandes und Obmann der Landesorganisation.

Seitens des Landes werden nun Broschüren und Folder an die Gemeinden sowie an rund 2.200 Vereine geschickt. Außerdem wolle man die Möglichkeit schaffen, dass sich Vereine gesamt anmelden können, anstatt jedes Mitglied einzeln, erklärte Loidl.

Für die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr gilt "Burgenlands Ehrenamts- und Freiwilligenversicherung" im Übrigen nicht. Für die Florianijünger gibt es bereits seit einigen Jahren eine derartige Versicherung, so der Landeshauptmann.