Erstellt am 25. November 2015, 04:23

von NÖN Redaktion

Verspottung von Bischof: Empörung über Skandal-Brief. Übles Schreiben mit persönlicher Beleidigung: Diözese beendet Zusammenarbeit mit Kroatischem Kulturverein.

Bischof Ägidius J. Zsifkovics: »Brief ist Verspottung aller sehbeeinträchtigten Menschen.« Foto: Diözese  |  NOEN, Diözese/Rupprecht@kathbild.at
Aufgrund wiederholter öffentlicher Angriffe des Vorsitzenden des Kroatischen Kulturvereins, Stanko Horvath, gegen Bischof Ägidius J. Zsifkovics sieht die Diözese nach 86 Jahren von einer weiteren Zusammenarbeit mit dem ursprünglich kirchlichen Werten verbundenen Verein ab.

Trauriger Höhepunkt ist ein Brief Stanko Horvaths, in dem er zum fünfjährigen Amtsjubiläum des Bischofs und dessen Beschreibung als „Wegweiser“ Stellung nimmt.

„,Wegweiser‘ mit solchen ,Rex‘-Augengläsern“

Horvath beendet sein Schreiben mit einer diskriminierenden Verspottung des Bischofs, der aufgrund seiner Sehbehinderung seit frühester Kindheit eine starke Brille tragen muss: „Bezweifle, dass man mit solchen ,Rex‘-Augengläsern (Originalzitat Dr. Werner J. Gruber) überhaupt etwas sieht, geschweige denn ,Wegweiser‘ sein kann.“

Bischof Zsifkovics will auf die Untergriffe nicht weiter reagieren und meint nur: „Diese Aussagen, noch dazu eines Arztes, disqualifizieren sich selbst – sie sind eine Verspottung aller sehbeeinträchtigten Menschen.“

Zu den persönlichen Beleidigungen gegen den Bischof möchte Horvath auf BVZ-Anfrage keine Stellung nehmen: „Ich habe das per Mail kommentiert, aber es hat keinen offenen Brief gegeben. Ich sage dazu nichts mehr.“ Auslöser der Trennung zwischen Diözese und Kroatischem Kulturverein war nun die einstimmige Wiederwahl Horvaths zum Vorsitzenden des Vereins.

Bischofsvikar: „Schaden für die Volksgruppe“

Bereits im Vorfeld der Wiederwahl hatte der Bischofsvikar für die kroatische Volksgruppe, Stefan Vukits, einen offenen Brief an die Mitglieder des Kroatischen Kulturvereins gerichtet, der auch auf der Volksgruppen-Seite des ORF veröffentlicht wurde. Darin heißt es seitens der Diözese: „Wir sind überzeugt, dass das persönliche Auftreten Dr. Horvaths in der ,Causa Großwarasdorf’ sowohl der kroatischen Volksgruppe im Burgenland als auch ihrem Bischof und ihrer Kirche geschadet hat und weiterhin schadet.“

Horvath dazu: „Es muss ja keine Zusammenarbeit geben, aber wir suchen weiter den Dialog mit der Diözese. Dazu ist aber auch eine Mindestbereitschaft auf der anderen Seite nötig.“

In der „Causa Großwarasdorf“ hatte der Lockenhauser Zahnarzt Horvath für negative Schlagzeilen gesorgt: Wie berichtet, folgten auf die Amtsenthebung von Pfarrer Ivan Jélic im Mittelburgenland heftige Proteste. Es kam auch zu Rangeleien, an denen Horvath als einer der Hauptakteure der Unruhen beteiligt war. Sogar der Verfassungsschutz war im Einsatz.

Stanko Horvath gilt nicht nur in Kirchenkreisen als „Wiederholungstäter“. Aktenkundig ist auch ein früherer körperlicher Angriff gegen einen Vereinsfunktionär. Den Bischof hatte er zuletzt im Rahmen der Agape nach der Messe beim Vorbeigehen beschimpft. Horvath hingegen will davon nichts wissen; allerdings gibt es zu dem Vorfall einen Entschuldigungsbrief, der der BVZ vorliegt.