Erstellt am 20. Dezember 2013, 11:20

Vertrauensindex: Regierungsspitze verlor deutlich. Der Abschluss der Koalitionsverhandlungen hat der Regierungsspitze einen deutlichen Dämpfer gebracht.

Sowohl SPÖ-Chef Faymann als auch ÖVP-Chef Spindelegger verbuchten im aktuellen APA/OGM-Vertrauensindex ein klares Minus. Den stärksten Zugewinn fuhr Nationalratspräsidentin Prammer ein, die größten Verluste Grünen-Chefin Eva Glawischnig.

Kurz verlor nach Minister-Ernennung deutlich

Der Index bildet ein Saldo aus "habe Vertrauen" und "habe kein Vertrauen" (in Prozent) ab. Basis waren 506 Befragungen am 17. Dezember 2013, die Schwankungsbreite beträgt 4,5 Prozent.

Faymann verlor gegenüber der Erhebung im diesjährigen September acht Vertrauenspunkte, Spindelegger fünf. OGM-Chef Bachmayer meinte dazu, dies spiegle wohl Unzufriedenheit über die Koalitionsverhandlungen wider.

Der bisherige Integrationsstaatssekretär Kurz verlor nach seinem Aufstieg zum Minister und Wechsel ins Außenamt gleich acht Punkte. Und Sozialminister Hundstorfer - im September hinter Kurz Nummer Zwei auf der Liste der vertrauensvollsten Regierungsmitglieder - büßte gleich neun Punkte ein.

Verteidigungsminister Klug mit besten Werten in Koalition

Den Rang als vertrauensvollstes Regierungsmitglied verlor Kurz an Verteidigungsminister Klug: Dieser kam mit einem leichten Plus von zwei Punkten auf nunmehr zwölf Zähler und liegt - hinter Bundespräsident Fischer und Nationalratspräsidentin Prammer - auf dem dritten Platz des Rankings.

Hinter Mitterlehner, der sich mit einem satten Plus von sechs Punkten (Saldo: neun) auf Rang vier einfand, stieg Neo-Landwirtschaftsminister Rupprechter mit sieben Punkten im Plus ins Ranking ein.

Auch die neue Familienministerin Karmasin mit fünf Punkten und Neo-Finanzstaatssekretärin Steßl sowie der neue Justizminister Brandstetter mit je zwei Punkten liegen im positiven Bereich. Bachmayer sprach von einem "Vertrauensvorschuss" für die neuen Regierungsmitglieder.

Neu im Minus: Grünen-Chefin mit dramatischen Verlusten

Größte Verliererin ist Grünen-Chefin Glawischnig, die ganze zwölf Prozentpunkte einbüßte und nun mit minus vier Punkten in den negativen Bereich gerutscht ist. Klar im Minus liegt mit 13 Punkten der neue freiheitliche NR-Präsident Norbert Hofer.

FPÖ-Chef Strache blieb - wie auch im September und in den Abfragen davor - weit hinten im Ranking, verbuchte aber vier Punkte Zuwachs. Mit eine Saldo von minus 24 befindet er sich nun an vorletzter Stelle.

Nachbaur als Schlusslicht, Kopf und Heinisch-Hosek mit Schub

Die Rote Laterne hat Neueinsteigerin Kathrin Nachbaur inne. Die Klubobfrau des Team Stronach kam bei ihrer erstmaligen Abfrage auf ein Minus von 29 Punkten.

Auffällig auch der Aufwärtstrend von Karlheinz Kopf: Der Posten des Zweiten Nationalratspräsidenten brachte dem ehemaligen ÖVP-Klubchef gemeinsam mit Unterrichtsministerin Heinisch-Hosek den deutlichsten Vertrauensschub von sieben Prozentpunkten. Dennoch liegt er mit einem Saldo von minus 18 nur zwei Plätze vor Strache.