Erstellt am 24. Mai 2011, 12:28

Viele Griechen ziehen ihre Spargelder ab. Griechenlands Finanzminister Papakonstantinou macht Druck: Wenn nicht bald Rettungsgelder fließen, sei das Land zahlungsunfähig.

Griechenlands Finanzminister Papakonstantinou macht Druck: Wenn nicht bald Rettungsgelder fließen, sei das Land zahlungsunfähig. Die Sorge um die Ersparnisse treibt immer mehr Griechen dazu, ihre Spareinlagen bei den Banken abzuheben. Die privaten Geldeinlagen seien von Jänner 2010 bis April 2011 um mehr als 31 Mrd. Euro auf 165,5 Mrd. Euro zurückgegangen, teilte die Bank von Griechenland mit.

Ein Teil dieser Gelder wird offenbar ins Ausland gebracht: Zöllner berichten, dass in der letzten Zeit wiederholt Menschen mit großen Geldpaketen im Gepäck bei Stichproben in den Flughäfen von Athen und Thessaloniki erwischt worden seien. Aus Angst vor einer regelrechten Kapitalflucht hat der Generalsekretär des Verbandes der Banken Griechenlands, Giannis Gortsos, am Dienstag im Fernsehen versichert, die Geldeinlagen der Griechen seien sicher. Allerdings gelte dies nur bis zu einer Summe von 100.000 Euro, hieß es.

Auch Unternehmen ziehen ihr Geld zurück, wie aus den Zahlen der Bank von Griechenland hervorgeht. Im Jänner 2010 hatten sie noch 40,6 Mrd. Euro bei griechischen Banken angelegt, im April 2011 waren es noch 33,6 Mrd. Euro. Ein deutlicher Rückgang sei auch bei den Einlagen von Ausländern zu verzeichnen, diese Summe ging um 7,9 Mrd. Euro zurück.

Das griechische Finanzministerium geht davon aus, dass ein Teil der von den Konten geholten Gelder in den Konsum geflossen ist. Hintergrund: Die Griechen haben wegen der harten Sparprogramme in den vergangenen 14 Monaten durchschnittlich fast 20 Prozent ihres Einkommens verloren. Ein anderer Teil, so vermutet das Finanzministerium, werde als Bargeld gehortet.

Ministerpräsident Papandreou und sein Ministerrat hatten am Montag nach einer Marathonsitzung ein neues hartes Sparprogramm bekannt gegeben. Griechenland muss demnach heuer weitere 6 Mrd. Euro und bis Ende 2015 weitere 22 Mrd. Euro sparen. Zudem sollen durch Privatisierungen staatlicher Unternehmen und den Verkauf von Immobilien des Staates weitere 50 Mrd. in die Staatskassen bis 2015 fließen.