Erstellt am 18. April 2012, 00:00

„Vier müssen reichen“. BH-DEBATTE / Die FPÖ will drei Bezirkshauptmänner einsparen. Rechnungshof-Empfehlung sorgt für heftige Proteste im Süden.

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VON WOLFGANG MILLENDORFER

Bezirkshauptmannschaften will Hans Tschürtz „keinesfalls“ zusperren; bis zu drei Bezirkshauptmänner könnten aber ihren Job abgeben, wenn es nach dem FPÖ-Chef geht. Deshalb hat Tschürtz den Landesrechnungshof (RH) zuletzt auch mit der Prüfung der sieben BH-Standorte und deren Strukturen beauftragt. Im Prüfbericht sieht auch RH-Direktor Franz Katzmann jede Menge Sparpotenzial. Konkret geht es um eine organisatorische Zusammenlegung der Bezirkshauptmannschaften Jennersdorf und Güssing, die dem Land eine jährliche Ersparnis von bis zu 700.000 Euro bringen könnte.

„Kooperationen sind im  ganzen Land interessant“

Im Landessüden laufen die Bürgermeister dagegen freilich Sturm, (siehe Seite 24) weshalb auch Katzmann betont, dass es nicht direkt um eine Schließung gehe: Eine Servicestelle soll in Jennersdorf weiterhin für Bürgernähe sorgen. Dennoch ist für Katzmann klar: „Diese organisatorischen Kooperationen sollten auf das gesamte Land ausgedehnt werden.“ Hier geht FPÖ-Chef Tschürtz noch einen Schritt weiter und wünscht sich – außer in Neusiedl am See – jeweils einen Hauptmann für zwei Bezirke.

Nicht nur damit stößt er bei den Regierungsparteien auf taube Ohren: Sowohl die SPÖ als auch die ÖVP stellten klar, dass eine Schließung von Bezirkshauptmannschaften nicht in Frage komme. SP-Klubobmann Christian Illedits wies einmal mehr darauf hin, dass das Burgenland „die kostengünstigste Struktur aller Bundesländer“ habe. Landesvize Franz Steindl warnte zugleich vor einem „Kahlschlag des ländlichen Raumes“. So sehen es auch die Bürgermeister im Süden.