Erstellt am 31. Mai 2015, 16:37

von APA Red

Vierter Anlauf endet für Niessl mit Niederlage. Dreimal hat Hans Niessl bisher für die SPÖ Landtagswahlen geschlagen und dreimal ist er als Landeshauptmann daraus hervorgegangen.

 |  NOEN, APA/Schlager
Am Sonntag dürfte es den Sozialdemokraten erneut gelungen sein, stimmenstärkste Partei zu werden - aber mit einem satten Minus, mit dem Niessl selbst nicht gerechnet hätte. Gespräche will er mit allen Parteien führen, kündigte der 63-Jährige bereits im Wahlkampf an.

Ab 1987 Bürgermeister in Frauenkirchen

Niessl wurde am 12. Juni 1951 in Zurndorf (Bezirk Neusiedl am See) geboren. Zur Schule ging er zunächst in Eisenstadt und später in Wien, wo er an einer HTL maturierte und die Pädagogische Akademie abschloss. Ab 1974 unterrichtete er als Hauptschullehrer in Frauenkirchen, 1981 wurde er dort Volks- und später Hauptschuldirektor.

Nach nur drei Jahren im Gemeinderat setzte sich Niessl bei der Bürgermeisterwahl 1987 in Frauenkirchen durch und amtierte bis zu seiner Wahl zum Landeshauptmann als Ortschef. 1996 kam er in den Landtag, drei Jahre später wurde er SPÖ-Klubobmann. Am 20. Juni 2000 kürte der Parteivorstand Niessl überraschend zum Spitzenkandidaten für die in Folge des Bank-Burgenland-Skandals vorgezogene Landtagswahl. Bald darauf übernahm er auch den Parteivorsitz.

Im Rennen um den Landeshauptmannsessel legte Niessl einen Kraftakt hin. Hunderte Wahlkampfveranstaltungen und Betriebsbesuche später war er am Ziel: Am Abend des 3. Dezember 2000 hatte die SPÖ ihre 17 Mandate im Landtag gehalten, noch vor Jahresende wurde Niessl zum Landeshauptmann gewählt, das "freie Spiel der Kräfte" im Landtag war geboren.

Fußball-Fan mit Herz für Mattersburg und Austria

Beim Urnengang im Oktober 2005 schaffte er es, die 1987 für die SPÖ verloren gegangene Absolute Mehrheit zurückzuerobern. Bei der Landtagswahl 2010 ging diese allerdings wieder verloren. In der laufenden Legislaturperiode schlossen SPÖ und ÖVP ein Arbeitsübereinkommen ab. Im konstruktiven politischen Klima gelang es, eine Verfassungsreform zu beschließen, die das Ende des Proporzes in der Landesregierung besiegelte.

Niessl ist verheiratet und Vater eines Sohnes. Dass zur Familie auch ein Chihuahua namens "Rico" gehört, weiß man spätestens, seit dieser von den aktuellen Wahlplakaten "lächelt". In seiner Freizeit betätigt er sich gern sportlich. Durch einen Unfall zu Hause im Garten, bei dem er sich im Vorjahr sechs Rippen brach, ließ sich der Landeschef nicht bremsen und war bereits am nächsten Tag wieder im Landhaus anzutreffen.

Niessls Leidenschaft gehört neben der Politik auch dem Fußball. Seit über 50 Jahren ist er Austria-Fan: "Und wenn man Austria-Anhänger ist, dann bleibt man's - auch, wenn's nicht gut läuft". Als "burgenländischer Patriot" drückt er auch Mattersburg die Daumen. Erst vor zwei Tagen, am Freitagabend konnte er "der gesamten SVM-Familie auf das Herzlichste" zum Meistertitel und dem Wiederaufstieg in die Bundesliga gratulieren.