Erstellt am 13. November 2013, 00:00

„Völlig inakzeptabel“. Aufregung an der SPÖ-Basis / Dass für Ex-SPÖ-Klubchef Josef Cap ein neuer Job geschaffen wurde, empört auch die Funktionäre im Land.

Dreißig Jahre ist es her, dass Josef Cap als Vorsitzender der Sozialistischen Jugend dem damaligen burgenländischen Landeshauptmann beim SPÖ-Parteitag seine berühmten „drei Fragen“ stellte: Cap warf Theodor Kery vor, er verdiene mehr als der Bundeskanzler, beziehe verbilligten Strom und habe ein Faible für Waffen.

Dreißig Jahre später steht Josef Cap einmal mehr selbst in der Kritik: Weil er als Chef des SPÖ-Parlamentsklubs von An-dreas Schieder abgelöst wurde, schuf man für ihn im Karl-Renner-Institut kurzerhand den Posten eines geschäftsführenden Präsidenten. Mit dem neuen Job in der roten Bildungseinrichtung und seinem Nationalsrats-Gehalt kommt Cap nun wieder exakt auf sein früheres Klubobmann-Salär von 14.000 Euro.

„Mehr als eine schiefe Optik“

Nicht nur in den anderen Parteien war die Aufregung groß, als der Posten in der Vorwoche offiziell wurde. Während es an der SPÖ-Basis zu brodeln begann, erklärte Cap nur, die neue Aufgabe sei „durchaus auch mit Arbeit verbunden“. Zudem hätten viele Abgeordnete eine berufliche Tätigkeit außerhalb des Parlaments. Dennoch reagierten auch im Burgenland viele Funktionäre empört; manche taten ihren Unmut via „facebook“ Kund. So schrieb etwa Neusiedls SPÖ-Bezirksgeschäftsführer Fritz Radlspäck: „Pfui Teufel! Sauerei! Die kleinen Leute, die nicht einmal ein Zehntel dieses Salärs haben, werden ja quasi dazu gezwungen, anders zu wählen!“

„Das ist nicht argumentierbar"

SP-Landesgeschäftsführer Robert Hergovich betont, dass der neue Posten für Cap erst 2014 spruchreif, in der kolportierten Form aber nicht akzeptabel sei: „Der Diskussionsprozess ist bei Weitem noch nicht abgeschlossen.“ Im Gespräch mit der BVZ äußerten sich zahlreiche SPÖ-Mitglieder ebenfalls kritisch.

Als Kuratoriumsmitglied des Renner-Institutes ist auch Landesrätin Verena Dunst „wirklich empört“ und meint: „Das ist nicht argumentierbar. Ich verstehe alle, die sagen, das ist mehr als eine schiefe Optik.“