Erstellt am 04. Juni 2014, 13:38

von Elisabeth Kirchmeir, Werner Müllner und Doris Fischer

Vorstände im Visier. / Simandl-Prozess: Flugreisen und Tischlerarbeiten wurden behandelt. Liste Burgenland will Klage gegen Aufsichtsräte.

Damals. Die Ex-Begas-Vorstände Leopold Buchmayer (2.v.l.) und Rudolf Simandl (2.v.r.) mit Aufsichtsratschef Klaus Mezgolits (r.) und Vize Günther Toth.  |  NOEN, SEEBACHER

Kaum eine Woche vergeht, ohne dass die ehemalige Begas Schlagzeilen macht.

Vor kurzem wurde der Prozess gegen Ex-Vorstand Rudolf Simandl fortgesetzt. Auf Kosten der Begas soll der 2012 fristlos entlassene Vorstandsdirektor Reisen unternommen und Tischlerarbeiten in Auftrag gegeben haben. Die Energie Burgenland als Rechtsnachfolger der Begas ist der Meinung, dass Simandl dadurch seine Ansprüche auf die bereits im Jahr 2000 ausbezahlte Pension verwirkt hat, und fordert in einem Zivilprozess 2,8 Millionen Euro zurück.

Zehn Scheinrechnungen soll Simandl mit Unterstützung eines Reisebüromitarbeiters bei der Begas eingereicht haben. Verrechnet wurden Firmenflüge, in Wahrheit wurden jedoch private Urlaube für Simandl, seine Familie und seine Freunde auf Gran Canaria bezahlt.

Der Schaden in der Höhe von 22.430 Euro ist mittlerweile zur Gänze gutgemacht. Am 8. Juli sollen in dem Zivilverfahren weitere Zeugen befragt werden, danach wird das Urteil erwartet. Kritik kommt nun auch an den ehemaligen Aufsichtsräten der BEGAS auf. So wird zum Beispiel in der Rechnungshof-Zusammenfassung auf Seite 18 erklärt:

Liste Burgenland fordert nun Klage

„Die Aufgabenwahrnehmung des Aufsichtsrates der BEGAS und seiner Arbeitsausschüsse ergab mehrere Kritikpunkte. Diese betrafen den Abschluss der Managerverträge einschließlich der Pensionsvereinbarungen mit den Vorstandsmitgliedern, die Auslagerung der Firmenpensionen des kaufmännischen Vorstandsmitgliedes (…) und die fehlende Rechtsgrundlage für unterfertigte Vereinbarungen.“

Als Reaktion fordert die Liste Burgenland nun von der Energie Burgenland und dem Land, dass die früheren Aufsichtsräte geklagt werden sollen.

Der ehemalige BEGAS-Aufsichtsratsvorsitzende Klaus Mezgolits meinte dazu im Gespräch mit der BVZ: „Ich weiß nicht, was genau mir die Liste Burgenland vorwirft. Es stimmt, dass viele Dinge vorgefallen sind und auch Dinge, mit denen der Aufsichtsrat gar nichts zu tun hat. Pauschal will und kann ich zu den Vorwürfen nichts sagen. Solange ich nicht weiß, was mir vorgeworfen wird, kann ich auch keinen Kommentar dazu abgeben. Ich werde nichts zu Vorgängen sagen, die nicht in meiner Zeit, sondern unter meinen Vorgängern gemacht wurden. Und zu den Anteil-Verkäufen: Jede Gemeinde hat selbst verhandelt. Dem Aufsichtsrat ist kein Vorwurf zu machen.“