Erstellt am 23. Oktober 2015, 12:25

von Werner Müllner

Vorwürfe rund um die PEW. Vor kurzem wurde bekannt, dass die Energie Burgenland-Tochter PEW tief in den roten Zahlen steckt. Von Seiten der ÖVP wurden heute neue Vorwürfe laut.

PEW  |  NOEN, Pekovics
x  |  NOEN, ÖVP Burgenland
"Dass die Vorgänge rund um die 100-prozentige Tochterfirma der Energie Burgenland, der PEW Technik+Service GmbH, einen Skandal bergen, hat sich bereits abgezeichnet. Die Verluste in Millionenhöhe und der Rücktritt der Geschäftsführung gaben Grund zur Annahme, dass das Burgenland einem zweiten Begas-Debakel entgegensteuert. Nun liegen neue Verdachtsmomente vor und beweisen: Der Fall wird noch rätselhafter“, sagt Landesgeschäftsführer Christoph Wolf.

Dieser sieht Malversationen innerhalb der PEW: So soll zum Schaden des Unternehmens gepfuscht worden sein. Zudem gibt es Gerüchte, wonach PEW-Mitarbeiter Küchen kostenlos an Geschäftspartner weiter gegeben und als Personalkosten verrechnet haben.

„Damit wären der nicht vorhandene Lagerbestand und die laufenden Abwertungen bei Inventuren erklärbar“, meint Wolf und ergänzt: „Stimmt das, handelt es sich klar um strafrechtliche Vorgänge.“

Dazu wird von Seiten der Energie Burgenland erklärt: "Es handelt sich dabei um keine Küche, sondern um Küchengeräte im Wert von 3.000 Euro. Diese wurden von einer Firma bezahlt und es entstand keine Schaden für die PEW."

x  |  NOEN, Werner Müllner
Wolf weiter: "Sowohl bei der PEW, als auch bei einer Firma, die in geschäftlichem Kontakt mit der GmbH stand, hat es in den vergangenen Wochen Entlassungen gegeben. Auch die beiden Geschäftsführer der PEW mussten gehen. Diese Kündigungen verhärten den Verdacht, dass es innerhalb der GmbH brodelt“, vermutet Wolf.

"Eine Mitarbeiterin ist von sich aus gegangen, weil sie eine neue berufliche Chance ergriffen hat, wir haben uns einvernehmlich getrennt. Der zweite Geschäftsführer ist dienstfreigestellt", erklärt man von Seiten der Energie Burgenland.

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Von Seiten der Landes-SPÖ reagierte Geschäftsführer Helmut Schuster: „Die Steiner-ÖVP steht für Oppositionspolitik mit schlechtem Stil und schlechtem Gedächtnis. Das Strickmuster in der PEW-Diskussion ist das gleiche wie beim von der rot-blauen Landesregierung gestoppten, aber von der ÖVP in Gang gesetzten Privatisierungsprozess bei der Therme Lutzmannsburg: Die Schwarzen spielen ‚mein Name ist Hase‘ – obwohl sie in beiden Fällen sogar die politische Hauptverantwortung getragen haben."

ÖVP-Manager Wolf meint abschließend: „Nachdem versucht wird, zu vertuschen, zu tricksen und zu täuschen, fordere ich die Staatsanwaltschaft auf, in der Sache PEW rasch tätig zu werden.“

SPÖ Burgenland kritisiert ÖVP

Verärgert hat am Freitag die SPÖ Burgenland auf die Vorwürfe der ÖVP im Zusammenhang mit der Energie Burgenland-Tochter PEW reagiert. Die ÖVP stehe für "Oppositionspolitik mit schlechtem Stil und schlechtem Gedächtnis", erklärte Landesgeschäftsführer Helmut Schuster in einer Aussendung.

Die Volkspartei konstruiere Skandale und gaukle der Öffentlichkeit vor, niemals in der Landesregierung gewesen zu sein und Verantwortung getragen zu haben, so Schuster. In der Ressortverteilung der früheren Landesregierung sei Ex-ÖVP-Obmann Franz Steindl das zuständige Regierungsmitglied für Wirtschaftsfragen gewesen. Auch im Aufsichtsrat der Energie Burgenland sei die Volkspartei prominent vertreten gewesen und verfüge überdies über das Vorstandsmitglied für Risikomanagement, Controlling und Beteiligungen.