Erstellt am 06. Oktober 2013, 13:14

Voves warnt ÖVP vor "Pokerritual". Der steirische Landeshauptmann Voves erwartet sich von der ÖVP nach der Nationalratswahl ein rasches Bekenntnis, "ob sie wirklich mit der SPÖ will oder nicht".

Die Volkspartei dürfe nicht ihr aus früheren Regierungsbildungen bekanntes "Pokerritual" aufführen, sagte der steirische SPÖ-Chef am Sonntag in der ORF-"Pressestunde". Die Alternative zu Rot-Schwarz sei der Gang der SPÖ in die Opposition.

"ÖVP, willst du mit uns noch einmal die letzte Chance nutzen, die diese Parteien haben, oder nicht? Ansonsten, glaube ich, ist es besser, wenn die SPÖ in Opposition geht", so Voves wörtlich. "Mach'ma oder mach'ma nicht", diese Frage müsse die ÖVP rasch beantworten.

"Ja" zur Großen Koalition: "Ich glaube an Erwin Pröll"

Das sei auch deshalb wichtig, weil beide Parteien grundlegende Strukturreformen dringend nötig hätten, und man entscheiden müsse, ob man diese aus der Regierung- oder der Oppositionsrolle heraus angehe. Voves sieht aber durchaus Ansprechpartner für sein Ansinnen in der Volkspartei: "Ich glaube an Erwin Pröll, ich glaube an Josef Pühringer", streut er seinen schwarzen Kollegen in Nieder- und Oberösterreich Rosen.

Über eine Regierungszusammenarbeit von SPÖ und FPÖ zu spekulieren, hält Voves für müßig. Bundesparteichef Faymann habe im Präsidium am Montag nochmals die Argumente dagegen zusammengefasst, und dieses habe sich "einhellig" angeschlossen. "Dazu stehe ich auch", und auch Parteifreunde weiter unten in der Hierarchie hätten dies zu akzeptieren. Er selbst werde voraussichtlich nicht im Team für die Regierungsverhandlungen sitzen, sagte er.

"Neue Vertrauensbasis" und Reformwille für neue Regierung wichtig

Die neue Bundesregierung brauche eine "neue Vertrauensbasis" und dürfe sich nur "ja nicht davon abhalten lassen, die notwendigen Reformen für Österreich zu machen", bekräftigte Voves einmal mehr. Er wendet sich auch gegen Interpretationen des Wahlergebnisses in der Steiermark, wonach der dortige "Reformpartner"-Kurs von SPÖ und ÖVP die Wähler in die blauen Arme getrieben habe.

Die FPÖ war am Wahlsonntag stärkste Kraft in der Steiermark. "Der Schock sitzt noch wirklich sehr tief", so Voves dazu, das Gesamtergebnis sei "ein Schreckliches". Dennoch, auf lange Sicht würden die steirischen Wähler die Reformfreude der aktuellen Koalition honorieren, ist er sich sicher.