Erstellt am 03. Oktober 2012, 12:48

VP hofft auf bis zu zehn neue Ortschefs. Bilanz über einen aus Sicht von Landesgeschäftsführer Christian Sagartz "größtenteils fair und sachlich verlaufenen" Gemeinderatswahlkampf hat am Mittwoch die ÖVP Burgenland gezogen.

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"Wir haben die Gemeinden analysiert und es gibt ungefähr zehn Gemeinden, die als Hoffnungsgemeinden ausgewiesen sind, wo wir also Chancen haben, den Bürgermeister zu stellen", schätzte Landeshauptmannstellvertreter Franz Steindl vor Journalisten in Eisenstadt die Lage ein. "Es gibt aber genauso zehn Gemeinden, wo wir besonders aufpassen müssen, dass wir den Bürgermeister nicht verlieren", fügte der ÖVP-Chef hinzu.

Die Volkspartei stellt derzeit 78 Ortschefs. Einschließlich des Bürgermeisters von Rohr, den Steindl mitzählt, weil er ÖVP-Mitglied sei, wären es 79: "Und wenn ich jetzt eine Portion Optimismus noch dazulege, dann gehe ich davon aus, dass wir eine Acht vorne haben." Die Volkspartei kandidiert am Sonntag - erstmals - auch in der kleinen Gemeinde Tschanigraben bei der Kommunalwahl.

Insgesamt schicke man 5.267 Kandidaten ins Rennen, davon 1.195 Frauen, was einem Anteil von 23 Prozent entspricht. Außerdem treten für die Volkspartei 1.184 Kandidaten unter 35 Jahren an. Mehr als ein Drittel der Kandidaten - etwa 35 Prozent - finden sich zum ersten Mal auf einer Liste. In den vergangenen Tagen habe er mit allen 171 Kandidaten telefoniert oder persönlich gesprochen: "Es gibt, mit vielleicht wenigen Ausnahmen - aber wirklich wenigen Ausnahmen - eine positive Stimmung", sagte Steindl. Alle seien sehr zuversichtlich, ihr Ziel zu erreichen.

Zwölf Frauen gehen als Spitzenkandidatinnen ins Rennen. In Stadtschlaining verteidigt die ÖVP den Ortschef und schickt als Spitzenkandidatin Evelin David ins Rennen. Eine Quote will die Volkspartei nicht einführen. "Das wäre eine Bevormundung", argumentierte Steindl. Eine "Hoffnungsgemeinde" sei Donnerskirchen, weitere Namen wollte sich der VP-Chef nicht entlocken lassen.

2007 habe die Volkspartei zehn Bürgermeister dazugewonnen. "Das ist natürlich heute ein Niveau, das wir verteidigen möchten, das wir ausbauen möchten", meinte Sagartz. Seit dem Sommer 2010 bereite man sich auf diese Wahl vor: "Wir haben nichts dem Zufall überlassen." Die Wahlkampfkosten für die Landespartei hinsichtlich der Werbemittel - den Gemeinden zur Verfügung gestellte Plakate, ein Massenstreumittel und EDV-Dienstleistungen - bezifferte er mit "unter 25.000 Euro". Plakate der Kandidaten in den Dörfern wurden von den Ortsgruppen finanziert. In Pöttsching tritt Sagartz selbst als VP-Spitzenkandidat an: "Wir hatten ein Budget von rund 8.000 Euro."