Erstellt am 24. April 2016, 17:56

von Wolfgang Millendorfer

Wahl: Reaktionen aus dem Burgenland. Der Wahlsonntag in den Parteibüros: Auch im Burgenland jubeln die Freiheitlichen. Lange Gesichter bei SPÖ und ÖVP. Grüne hoffen auf die Stichwahl.

 |  NOEN, Wolfgang Millendorfer
Für Landesvize Hans Tschürtz war dieser Wahlsonntag „überwältigend“, wie er sagt. „Das Burgenland ist blau“, jubelte der FPÖ-Chef beim Blick auf die ersten Hochrechnungen.

Am Ende des Tages lag FPÖ-Kandidat Norbert Hofer auch im Burgenland mit 42,8 Prozent der Stimmen voran, gefolgt von Rudolf Hundstorfer (SPÖ) mit 17,5 Prozent, Alexander van der Bellen und Andreas Khol (ÖVP) mit jeweils 12,8 Prozent, Irmgard Griss mit 12,2 und Richard Lugner mit 2,0 Prozent.

Während die Freiheitlichen im Landhaus gleich in zwei Büros feierten, gab es in den Parteizentralen von SPÖ und ÖVP bereits am frühen Nachmittag lange Gesichter. Die Grünen waren am Sonntag in Wien vor Ort und zitterten gemeinsam mit den Bundes-Kollegen um den Einzug in die Stichwahl.


Die Reaktionen der Parteisprecher:

FPÖ-Chef und Landeshauptmannstellvertreter Hans Tschürtz:
„Ein überwältigendes Ergebnis, mit dem ich in diesem Ausmaß nicht gerechnet hätte. Ich glaube, dass die Bevölkerung damit gezeigt hat, dass man mehr Kontrolle haben will und dass die Politik von rot-schwarz abgewählt wurde. Ich freue mich schon auf die Stichwahl und ich denke, dass Norbert Hofer der neue Bundespräsident von Österreich wird.“
 
SPÖ-Landesgeschäftsführer Helmut Schuster:
„Es ist natürlich kein schöner Tag für die Sozialdemokratie. Aber dennoch konnten wir im Burgenland das beste Länderergebnis erreichen, obwohl wir sonst andere Ergebnisse gewohnt sind. Im bundesweiten Ergebnis zeigt sich vor allem aber, dass die SPÖ wieder eine klare, einheitliche Linie finden muss.“
 
ÖVP-Landesobmann Thomas Steiner:
„Wem die Österreicher bei dieser Wahl ihr Vertrauen schenkten, zeigt uns eines ganz deutlich: Die Bevölkerung ist mit der Bundesregierung unzufrieden! Wir plädieren für eine radikale Änderung der politischen Linie der ÖVP. Die Politik muss viel mehr Rücksicht auf die Meinungen und Befindlichkeiten der Österreicher nehmen. Faule Kompromisse zugunsten der Bewahrung eines Koalitionsfriedens bringen gar nichts.“
 
Grünen-Sprecherin Regina Petrik:
„Heute ist ein entscheidender Tag für die österreichische Bundespolitik. Vor allem auch, weil Norbert Hofer voll auf Linie von Heinz-Christian Strache ist und eine Politik des Auseinanderdividierens und der Drohungen betreibt. Alexander van der Bellen bildet dazu genau den Kontrapunkt. Er steht für das Verbindende und das Bedächtige, und das ist es, was ich mir von einem Bundespräsidenten erwarte.“
 
LBL-Mandatar Manfred Kölly:
„Diese Wahl war bestimmt keine Denkzettelwahl, sondern spiegelt den Wunsch der Bevölkerung nach Veränderung wider. Wenn knapp ein Drittel der Österreicherinnen und Österreich ihr Wahlrecht nicht in Anspruch nehmen und den Gang zur Wahlurne schwänzen, ist das ein eindeutiges Zeichen, dass der Job des Ersatzkaisers in Frage zu stellen ist.“