Erstellt am 17. November 2010, 07:09

Wahlbetrug: Neuer Verdacht?. DEMENTI / FPÖ verdächtigt „prominenten Funktionär“ im Bezirk Jennersdorf. Bernhard Hirczy (ÖVP) verteidigt sich: „Das ist Rufschädigung!“

Am Montag wurde Mario Mautner, FPÖ-Spitzenkandidat bei der Landtagswahl im Bezirk Jennersdorf, von der KStA einvernommen - offiziell sagen wollte er dazu aber nichts. ZVG  |  NOEN
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VON MICHAEL PEKOVICS

Sind die aktuell laufenden Ermittlungen der Korruptionsstaatsanwaltschaft (KStA) nur ein Sturm im Wasserglas, oder erlebt das Burgenland einen neuen Fall, ähnlich jenem in Unterrabnitz? Laut Aussendung der FPÖ ermittelt die KStA gegen einen „prominenten ÖVP-Funktionär aus dem Bezirk Jennersdorf“ wegen „Ungereimtheiten im Zusammenhang mit Wahlkarten“.

Postwendend meldete sich VP-Bezirksgeschäftsführer Bernhard Hirczy zu Wort. „Diese Vorwürfe sind völlig aus der Luft gegriffen. Das lasse ich mir nicht gefallen. Ich werde alle rechtlichen Schritte nützen, um mich zu wehren. Das ist Rufschädigung.“ Die FPÖ betont, dass die an die KStA übermittelte Sachverhaltsdarstellung nicht von ihr, sondern von einer unbekannten Person stamme.

KStA-Pressesprecher Friedrich König meint im Gespräch mit der BVZ, dass „die Ermittlungen in drei bis vier Wochen abgeschlossen sein dürften“.

Hirczy dementiert, obwohl  er nicht angesprochen wird

Das Kuriose am Fall: Bis Montag hat niemand offiziell bestätigt, dass gegen Hirczy ermittelt wird. Das Gerücht hält sich trotzdem hartnäckig und wird unter anderem auch dadurch genährt, dass sich Hirczy in der Aussendung persönlich mit seinem Namen gegen die „Rufschädigung“ wehrt. Sollte sich der Verdacht erhärten, gibt es für FPÖ-Chef Johann Tschürtz nur eine Lösung: „Sofortige Neuwahlen. Ein solches Verhalten schädigt die Demokratie.“

Seitens der KStA werden auch noch zwei weitere Sachverhaltsdarstellungen, die von der FPÖ stammen und Wiesen sowie Deutschkreutz betreffen, untersucht. In der Landespolitik hält man sich in der Angelegenheit indes noch zurück und will die Ermittlungen abwarten.