Erstellt am 15. Februar 2014, 10:22

Wecht gibt "Ehrenerklärung" für Niessl ab. In der Affäre um eine behauptete Geldleistung an Burgenlands Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ) will der frühere Swarco-Manager Andreas Wecht Niessl nichts Kriminelles vorwerfen, hat er am Samstag betont:

"Ich halte den Landeshauptmann nicht für bestechlich, ich gebe für ihn eine Ehrenerklärung ab", sagte er gegenüber dem ORF Burgenland.

Wecht bleibt allerdings weiter dabei, dass es in der Swarco-Firmenzentrale in Wattens eine Geldübergabe gegeben haben soll. Niessl sei dabei gewesen: "Ich glaube nicht, dass das mit Korruption zu tun hat, vielleicht wurde da eine Spende vergessen", so Wecht gegenüber dem ORF. Dass es eine "korruptive" Sache sei, habe er nie behauptet. Er habe die Angelegenheit auch "nicht ins Laufen gebracht. Wer es angestoßen hat, weiß ich nicht." Bei dem Rechtsstreit mit seinem früheren Arbeitgeber Swarco gehe es um einen "Bagatellbetrag", um einen Dienstwagen.

Nachdem Wecht in einem Interview seine Identität preisgegeben hatte, kündigte Niessl am Samstag weitere Schritte an: "Die gezinkten Karten liegen auf dem Tisch. Wir werden die Sachverhaltsdarstellung unverzüglich auf den Tiroler FPÖ-Funktionär (Wecht, Anm.) ausweiten", so Niessl in einer Aussendung. "Ab heute steht fest, dass das Nachrichtenmagazin 'profil' einer Lügengeschichte und Racheaktion eines FPÖ-Funktionärs aufgesessen ist", erklärten SPÖ-Klubobmann Christian Illedits und Landesgeschäftsführer Robert Hergovich. Statt die bisherigen Fragezeichen aufzuklären, habe sich der vermeintliche Zeuge noch tiefer in Widersprüche verstrickt. Von der behaupteten Übergabe gebe es mittlerweile die dritte Version.

Tschürtz will Ausschluss von Wecht aus der FPÖ

In der Affäre um eine angebliche Geldleistung an Burgenlands Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ) hat sich am Samstag der burgenländische FPÖ-Obmann Johann Tschürtz zu Wort gemeldet. Tschürtz verlangt von den Tiroler Freiheitlichen, Andreas Wecht, der seine Identität als Zeuge in der Angelegenheit preisgegeben hatte, aus der FPÖ zu werfen.

"Sollte es den Tatsachen entsprechen, dass Herr Andreas Wecht Mitglied der FPÖ Tirol ist, so rate ich unseren Tiroler Freunden dringend, ihn wegen Partei schädigenden Verhaltens aus der FPÖ Tirol auszuschließend", so Tschürtz in einer Aussendung. Es sei "völlig inakzeptabel, dass wildfremde Menschen x-beliebige Politiker verwerflicher Malversationen beschuldigen und diese - wie sich zeigt haltlosen - Vorwürfe von selbst ernannten Aufdeckermedien auch noch öffentlich breit getreten werden", erklärte der FPÖ-Landesobmann.

Es könne nicht sein, dass jemand "unter dem Deckmantel der FPÖ private Fehden austrägt, damit das Ansehen der Partei schädigt und die Arbeit tausender fleißiger Funktionäre mit einem Schlag entwertet", meinte Tschürtz. "profil" forderte er auf, sich bei Niessl und der FPÖ "für die unhinterfragte Veröffentlichung dieser Schmutzkübelkampagne und den Versuch, SPÖ und FPÖ im Burgenland aufeinanderzuhetzen", zu entschuldigen.