Erstellt am 26. Februar 2013, 16:18

Wehrpflichtreform - Auch Zivildienst soll attraktiviert werden. Die Reform des Wehrdienstes wird auf mehreren Ebene vorbereitet und beinhaltet auch eine Attraktivierung des Zivildienstes.

Bei einer Sitzung der politischen Arbeitsgruppe am Dienstag wurden die Stärken und Schwächen des derzeitigen Wehrdienstmodells analysiert und Eckpunkte für die weiteren Arbeiten definiert, teilten im Anschluss Verteidigungsminister Norbert Darabos (S) und Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (V) in einer Aussendung mit.

Generalleutnant Othmar Commenda und Gruppenleiter Wilhelm Sandrisser als Angehörige der "Vorbereitungs- und Steuerungsgruppe", die die Arbeiten der politischen Arbeitsgruppe vorbereiten, hätten heute zum bisherigen Ergebnis der Stärken-Schwächen-Analyse (SWOT-Analyse) zum Wehrdienst vorgetragen. Dabei wurden auch erste mögliche Strategien für die Optimierung des Wehrdienstes erörtert, hieß es weiter. Der "Vorbereitungs- und Steuerungsgruppe" gehören neben Commenda und Sandrisser auch der Stabschef im Kabinett von Darabos, Generalmajor Karl Schmidseder und Brigadier Harald Vodosek an.

In der SWOT-Analyse wurden u.a. die Ausbildung und der Dienstbetrieb, die Information für Stellungs- und Wehrpflichtige, der gesellschaftspolitische Mehrwert des Wehrdienstes, der Soldatenalltag, das Zusammenwirken zwischen zivilen Behörden und dem Bundesheer bei Assistenzeinsätzen oder die Rolle der Miliz beleuchtet.

Bis Juni 2013 sollen von der "Vorbereitungs- und Steuerungsgruppe" folgende weitere Themenfelder bearbeitet und an die politische Arbeitsgruppe berichtet werden: Aufgaben für und Anforderungen an das Bundesheer im Zusammenhang mit dem Wehrdienst, Ausbildung und Dienstbetrieb für Rekruten, Neugestaltung der Systemerhaltung, Wehrpflicht und Integration sowie rechtliche Aspekte. Diese Themenfelder werden innerhalb des Verteidigungsministeriums durch interne und externe Experten bearbeitet.

Im Innenministerium wurde laut Aussendung auch Projekt zur "Attraktivierung des Zivildienstes" begonnen. Ziel sei es, den Zivildienst für die Zivildienstleistenden zu verbessern, indem etwa bereits vorhandene Qualifikationen besonders berücksichtigt werden oder die Zuweisung zu einer bestimmten Einrichtung noch besser mit den Wunschvorstellungen junger Männer in Übereinstimmung gebracht wird. Dabei soll auch abgeklärt werden, wie weit beim Zivildienst erworbene Ausbildungen und Fertigkeiten im späteren Leben angerechnet werden können.

Auf Seite der Einrichtungen und Trägerorganisationen soll geklärt werden, wie ihre Verwaltungstätigkeit allenfalls erleichtert könnte. In die laufenden Arbeiten des Zivildienst-Projekts sind auch die Trägerorganisationen und andere Ministerien eingebunden.