Erstellt am 04. April 2012, 14:23

Weiter Streit um Ladungsliste für U-Ausschuss. Die Opposition drängt weiterhin auf die Ladung von ÖVP-Funktionären in den Korruptions-Untersuchungsausschuss. Konkret geht es um den Tiroler ÖVP-Geschäftsführer Martin Malaun und den ÖAAB-Organisationsreferenten Rudolf Habeler.

Beide sollen zu möglichen verdeckten Parteispenden der Telekom Austria an die ÖVP bzw. ihren Arbeitnehmerbund ÖAAB befragt werden.

Sollten SPÖ und ÖVP das verweigern, wollen FPÖ und Grüne der Sondersitzung des Nationalrats zur Telekom-Affäre am Dienstag weitere Sondersitzungen folgen lassen. Habeler soll zu den Druckkostenbeiträgen der Telekom für das ÖAAB-Magazin "Freiheit" in jener Zeit befragt werden, in der Werner Amon ÖAAB-Generalsekrtär war. Amon ist heute VP-Fraktionschef im U-Ausschuss. Malaun war 2008 Geschäftsführer jener Werbeagentur, die den Nationalratswahlkampf der ÖVP im Wahlkreis Innsbruck abwickelte. Bezahlt wurde die Agentur teilweise von der Firma Valora des Telekom-Lobbyisten Peter Hochegger. Lokale Spitzenkandidatin war Karin Hakl, die nach Auffliegen der Causa ihre Funktion als VP-Telekommunikationssprecherin ruhend stellen musste. Während andere Agentur-Geschäftsführer im Ausschuss aussagen mussten, wurde die Ladung Malauns von SPÖ und ÖVP abgelehnt.

Für den Grünen Peter Pilz ist das nicht nachvollziehbar. "Es kann nicht akzeptiert werden, dass die Affären Amon und Hakl nicht untersucht werden", sagte er der APA am Mittwoch. Schließlich hätten auch die Vertreter der BZÖ-Agenturen aussagen müssen. Eine "Sonderbehandlung" für die ÖVP werde es nicht geben. Sollte die Koalition die Zeugenladungen weiterhin blockieren, dann werde man eben weitere Sondersitzungen und zusätzliche Protestmaßnahmen im Rahmen der Nationalrats-Geschäftsordnung folgen lassen. Auch FP-Fraktionschef Rosenkranz will weiterhin auf die Ladung von Malaun und Habeler drängen, um von den ÖVP-Funktionären Aussagen unter Wahrheitspflicht zu erhalten.

Das BZÖ will nach Ostern neue Gespräche über die Ladung von Zeugen führen. Hoffnungsfroh stimmt Ausschussmitglied Petzner, dass SP-Fraktionsführer Jarolim zuletzt weitere Gespräche in Aussicht gestellt hat.