Erstellt am 20. August 2012, 10:50

Weitere Verhandlungsrunde gestartet. Geht es nach dem Regierungsentwurf für ein neues Dienstrecht, sollen Lehrer aller Schulformen künftig 24 Stunden pro Woche unterrichten.

Derzeit hat laut Eigenangaben nur eine Minderheit eine Unterrichtsverpflichtung von 24 Stunden zu je 50 Minuten oder mehr. Am Montag verhandelt die Gewerkschaft wieder auf Beamtenebene über eine Dienstrechtsreform. An AHS unterrichten derzeit 7,1 Prozent der Lehrer 24 Schulstunden oder länger, an Volks- und Sonderschulen 8,2 Prozent. An Haupt- und Polytechnischen Schulen fallen 11,6 Prozent in diese Gruppe, an berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS) immerhin 33,7 Prozent. Das geht aus der 2001 durchgeführten "Lehrer-Arbeitszeitstudie" hervor, eine jüngere derart umfangreiche Untersuchung gibt es nicht.

Zumindest an den Pflichtschulen (Volks-, Haupt-, Sonder- und Polytechnische Schulen) sind die Lehrer allerdings schon jetzt nahe an der von der Regierung angestrebten Unterrichtsverpflichtung dran: Hier haben mehr als 60 Prozent eine Unterrichtsverpflichtung zwischen 23 und 24 Stunden pro Woche. An den Bundesschulen (AHS, BMHS) fallen hingegen nur jeweils rund sieben Prozent in diese Gruppe. Das Unterrichten selbst macht dabei laut "Lehrer-Arbeitszeitstudie" nur zwischen 28 und 35 Prozent der eigentlichen Arbeitszeit aus. Etwa ebenso viel Zeit wird für Vor- und Nachbereitung des Unterrichts investiert, der Rest für andere Tätigkeiten wie die Teilnahme an Konferenzen, Gangaufsicht oder Fortbildungen.

Die gesetzlich vorgegebene Unterrichtsverpflichtung beträgt derzeit 20 bis 22 Wochenstunden für Pflichtschullehrer und 20 für Lehrer an Bundesschulen. Künftig soll es keinen Unterschied mehr zwischen den verschiedenen Schultypen geben, alle Lehrer müssen verpflichtend 24 Stunden, "aus wichtigen Gründen" sogar bis zu 28 Stunden pro Woche unterrichten. Dabei soll auch die Lernbetreuung am Nachmittag voll zählen; derzeit wird eine Stunde Lernbetreuung nur als halbe Unterrichtsstunde gewertet.