Erstellt am 17. Juli 2014, 13:30

"Welcome Desks" berieten 25.500 Zuwanderer. Integrationsminister Sebastian Kurz (ÖVP) hat am Donnerstag ein Jahr nach Einführung der sogenannten "Welcome Desks" Bilanz über die Maßnahme, die neuen Zuwanderern als Erstanlaufstelle dienen soll, gezogen.

An den "Welcome Desks" und den mobilen Beratungsstellen des Österreichischen Integrationsfonds wurden seit Juli 2013 25.500 Migranten beraten. Neu zuziehende Ausländer werden an den Zentren über Rechte und Pflichten informiert. Es werden ihnen praktische Hinweise geboten, etwa wo Deutschkurse angeboten werden oder wie die Schulanmeldung für Kinder in Österreich funktioniert. Die fünf Standorte in Wien, Graz, Linz, Salzburg und Innsbruck sollen im Herbst um einen weiteren in Klagenfurt erweitert werden. Auch das mobile Angebot werde ausgebaut, um Migranten, die außerhalb der Ballungszentren leben, zu erreichen.

Vizekanzler Michael Spindelegger (ÖVP) bezeichnete die Initiative als "echtes Erfolgsprojekt" und als "sehr gute Möglichkeit, Integration von Anfang an zu gewährleisten". Als Finanzminister freute er sich über den "effizienten Mitteleinsatz". Dass "mit relativ wenig Mitteln Maximales erreicht wird, das ist eine tolle Story", sagte Spindelegger.

"Wir-Gefühl" von Anfang an

Kurz betonte, man wolle "von Anfang an ein Wir-Gefühl schaffen". Der Integrationsbericht, der Ende Juli präsentiert werden soll, zeige, dass "das neue Phänomen der letzten Jahre der EU-Zuwanderer noch stärker gewinnt". Die Türkei sei in den Hintergrund getreten, zwei Drittel der Zuwanderer nach Österreich kämen mittlerweile aus EU-Staaten, vor allem aus Deutschland, Ungarn, Rumänien, Polen und der Slowakei.

Er werde sich dafür einsetzen, die europäischen Gelder auch für EU-Bürger einsetzen zu können, kündigte er an. Derzeit könnten die Mittel nur für Angehörige von Drittstaaten verwendet werden. Auch das Angebot an Sprachförderung soll weiter ausgebaut werden.

Einmal mehr appellierte Kurz an Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ), einer Reform der Rot-Weiß-Rot-Karte zuzustimmen. Diese sei "ein gutes Tool", aber es gebe Reformbedarf, sagte Kurz. So müssten die Verfahren schneller und besser ablaufen, die Karte müsse für Bachelorabsolventen geöffnet werden und die Einkommenshürden müssten "dringend" gesenkt werden.