Erstellt am 12. Januar 2011, 00:00

Wer will die Wehrpflicht?. BUNDESHEER / Konzepte zur Zukunft des Heeres in Vorbereitung. Landesparteien sind überwiegend für ein Ende der Wehrpflicht.

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VON WOLFGANG MILLENDORFER

In den kommenden Tagen will SPÖ-Verteidigungsminister Norbert Darabos sieben „seriös durchgerechnete“ Modelle für das zukünftige Bundesheer vorlegen. Das Thema Wehrpflicht spaltet Bevölkerung wie Landespolitik gleichermaßen.

Landeschef Hans Niessl ist für ein Aussetzen der Wehrpflicht. Im Gegenzug soll ein „freiwilliges Jahr“ im Heer oder im Zivildienst angeboten werden – attraktiv gestaltet durch adäquaten Lohn, Job- und Aufstiegsmöglichkeiten. ÖVP-Landesvize Franz Steindl will über Reformen erst reden, „wenn Minister Darabos seine Hausaufgaben gemacht hat“. Auf jeden Fall gesichert sein müssen für ihn die Bereiche Landesverteidigung, Katastrophenschutz und internationale Einsätze.

Für FPÖ-Chef Hans Tschürtz kommt eine Abschaffung der Wehrpflicht nicht infrage. Derartige Sparpläne seien „grob fahrlässig“. Und: Ein Berufsheer hätte zur Konsequenz, dass die Armee „zu einem beachtlichen Teil aus Neo-Österreichern“ bestünde. Ganz anders die Grünen, die noch heuer eine Volksabstimmung zur Wehrpflicht abhalten lassen wollen, wie Abgeordneter Michel Reimon sagt: „Das System ist am Ende.“

Für die Abschaffung der Wehrpflicht ist auch LBL-Mandatar Manfred Kölly. Als Sparmaßnahme fordert er zudem die Zusammenlegung des Verteidigungs- und des Innenministeriums.