Erstellt am 14. Juli 2015, 20:18

von APA/Red

Landeshauptmann Niessl von Fischer angelobt. Hans Niessl (SPÖ) ist am Dienstagnachmittag von Bundespräsident Heinz Fischer als burgenländischer Landeshauptmann angelobt worden.

BP Heinz Fischer (r.) und LH Hans Niessl im Rahmen der Angelobung Niessls als Landeshauptmann des Burgenlandes am Dienstag.  |  NOEN, ROLAND SCHLAGER (APA)

Vor der Hofburg hatten sich mittags rund 100 Gegner der rot-blauen Zusammenarbeit postiert. Niessl nahm diese Aktion nach der Angelobung gegenüber Journalisten "zur Kenntnis".

Vierte Angelobung für Niessl

Niessl ist bereits Routinier, war dies doch bereits seine vierte Angelobung - erstmals allerdings als Chef einer rot-blauen Landesregierung. Gegner dieser neuen Zusammenarbeit, darunter die SJ, äußerten mit Glockengebimmel und Transparenten ihren Unmut - bei verhältnismäßig großem Polizeiaufgebot. Von sechs Personen in Schweinemasken wurden auch Flugzettel verteilt. Darauf bedruckt fand sich der SPÖ-Bundesparteibeschluss gegen jedwede Koalition mit der FPÖ.

Niessl zeigte sich den Demonstranten bei seinem Eintreffen und Verlassen allerdings nicht. Er erklärte später, dass er sich, wie auch der Bundespräsident öfters, mit dem Auto bis zur Eingangstür habe fahren lassen.

In der Hofburg gratulierte Fischer Niessl dann zur Wahl in der konstituierenden Sitzung des Landtags vergangene Woche und wünschte ihm alles Gute für die "große, verantwortungsvolle" Aufgabe. In Anwesenheit von Bundeskanzler und Parteichef WernerFaymann erklärte der burgenländische Landeshauptmann "ich gelobe", und bekräftigte das Gelöbnis durch Handschlag und Unterschrift.

Niessl nimmt Protest "zur Kenntnis"

Mit Niessl in die Hofburg gekommen waren seine Frau Christine sowie sein gesamtes Büroteam. Im Anschluss an die Zeremonie lud Fischer noch zu einem Umtrunk. Niessl sprach danach gegenüber Journalisten von einem "normalen Vorgang": "Ich nehme zur Kenntnis, dass manche protestieren, wenige Burgenländer."

Er verwies darauf, dass dasBurgenland 290.000 Einwohner habe und bei der konstituierenden Sitzung nur vier Demonstranten gezählt wurden. Auch heute war die Zahl der Protestierenden überschaubar. Auf die Frage, ob dies die Angelobung trübt, meinte der burgenländische SPÖ-Chef, er freue sich darüber, dass ihn Fischer angelobt habe, sowie auf die Arbeit.

Diese solle dann auch beurteilt werden. Beim Untrunk sei mit Bundeskanzler Faymann sowohl über dieburgenländische Politik als auch über internationale Themen - Griechenland sowie das Atomabkommen - gesprochen worden. Faymann habe sich positiv dazu geäußert, dass es im Burgenland weiterhin einen sozialdemokratischen Landeshauptmann gibt, so Niessl.