Erstellt am 04. Mai 2011, 00:00

Winzer als Wunschkandidat: Steindl holt sich Liegenfeld. ÖVP-ROCHADE / Wein-Burgenland-Obmann Andreas Liegenfeld folgt dem zurückgetretenen ÖVP-Agrarlandesrat Werner Falb-Meixner nach. Angelobung am 11. Mai.

„Er ist der Beste“: VP-Chef Franz Steindl (r.) mit Neo-Landesrat Andreas Liegenfeld.BVZ  |  NOEN
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VON WOLFGANG MILLENDORFER

„Meine Motivation ist so groß wie die Herausforderung“, sagte der neue ÖVP-Agrarlandesrat Andreas Liegenfeld, als er am Montag als Nachfolger des ausgeschiedenen Werner Falb-Meixner präsentiert wurde. Im Schatten seines Gerichts-Urteils hatte Falb-Meixner am Samstag den Rücktritt bekannt gegeben (siehe Kasten unten).

Tatsächlich galt Liegenfeld im Vorfeld längst als wahrscheinlichster Kandidat für den Regierungsposten – die BVZ hatte von der möglichen Rochade bereits im November des Vorjahres berichtet (siehe Faksimile). In der engeren Wahl wurden zuletzt auch Landwirtschaftskammer-Präsident Franz Stefan Hautzinger, Kammerdirektor Otto Prieler sowie der langjährige Nationalrat Franz Glaser vermutet.

VP-Chef Steindl: „Habe mich  nicht beeinflussen lassen“

Bei der offiziellen Vorstellung Liegenfelds betonte ÖVP-Chef Franz Steindl: „Ich habe mich nicht von regionalen Befindlichkeiten oder von Interessensvertretungen beeinflussen lassen, sondern habe mich für den Besten entschieden.“ Dieser Vorschlag wurde im Landesparteivorstand nach einer halbstündigen Gesprächsrunde auch einstimmig angenommen.

Liegenfeld: „Für Bauern  und Konsumenten“

Mit Landesvize Franz Steindl verbindet Andreas Liegenfeld eine langjährige Freundschaft, die auf die politischen Anfänge in der Eisenstädter Bezirks-JVP zurückgeht. Als „Teamplayer und von Grund auf politischen Menschen“ bezeichnet sich der 46-jährige Weinbauer aus Donnerskirchen, der im Vorjahr bereits auf dem Sprung in den Landtag war. Liegenfeld will in seiner Funktion „für nachhaltige ökosoziale Landwirtschaft und gerechte Preise für Bauern und Konsumenten“ eintreten. Die Angelobung erfolgt im Rahmen eines Sonderlandtages am 11. Mai.

Maßgeblich beeinflusst habe seine Zusage nicht nur der große Zuspruch innerhalb der ÖVP, sagt Liegenfeld, sondern vor allem auch die Familie: Der Weinbaubetrieb des vierfachen Vaters wird – als Teil des Weinquartetts Donnerskirchen – nun von seiner Gattin weitergeführt.

Reaktionen: „Mehr Fairness  für die kleinen Landwirte“

Freiheitliche und Grüne reagierten kritisch auf die Ernennung: Sie hätten auf dem Posten lieber „einen Vertreter der klein strukturierten Landwirtschaft“ gesehen. Die LBL wünscht sich, „dass Liegenfeld hinaus zu den Menschen geht“. Die SPÖ will den neuen Landesrat an seinen Taten messen und fordert „mehr Fairness bei Agrarförderungen“.