Erstellt am 15. November 2012, 13:09

Wissenschaftsrat sorgt sich um Lehrerausbildung. Der Wissenschaftsrat will die Regierung bei der neuen Lehrerausbildung in die Verantwortung nehmen. Es sei zwar pragmatisch und "keine unvernünftige Lösung", nicht vorzugeben, ob künftige Pädagogen unter Führung von Universitäten oder Pädagogischen Hochschulen (PH) ausgebildet werden sollen.

 |  NOEN, zVg

Dieser Zwischenschritt berge aber die Gefahr eines Wildwuchses, warnte der Vizevorsitzende Walter Berka.

Verbesserungsbedarf ortet der Rat dabei sowohl bei den Unis, die derzeit die Lehrer für AHS und BHS ausbilden, als auch bei den PH, die für die Ausbildung der Pflichtschullehrer zuständig sind. Berka ortet auch Bedarf nach stärkerer Orientierung an der Profession, die Schaffung eigener Einheiten für Lehrerausbildung an manchen Unis sei hier jedoch schon "ein ganz guter Weg".

Die PH stünden indes vor ganz anderen Herausforderungen: Diese müssten von einer nachgeordneten Stelle des Unterrichtsministeriums zu autonomen Institutionen werden, andernfalls könnten sie "nicht den Ansprüchen genügen, eine akademische Ausbildung auf universitärem Niveau anzubieten", so Berka.

Den Zertifizierungsrat, der nach Plänen der Regierung feststellen soll, ob das jeweilige Studienangebot die Kriterien für eine Anstellung an Schulen erfüllt, lehnt der Wissenschaftsrat indes ab. Der Rat will laut Berka, dass Hochschulen selbst entscheiden, wie sie in den Studienplänen sicherstellen, dass die Anforderungen künftiger Dienstgeber erfüllt werden.

Wesentlich für die Ausbildung künftiger Lehrer wird aus der sicht des Ratsvorsitzenden Jürgen Mittelstraß' auch die Möglichkeit zum Quereinstieg sein. Interessenten können gleich direkt in den Job einsteigen. Auf 24 Wochen durch die Uni begleiteten Unterricht an der Schule und zwölf Wochen an der Uni selbst folgt eine einjährige Induktionsphase, in der sie zeigen müssen, ob sie das Gelernte umsetzen können. Der Schulleiter sagt dann, ob der Bewerber geeignet ist.