Erstellt am 05. August 2013, 13:54

Wohnbau - Pensionskassen könnten bis zu 1,5 Mrd. Euro investieren. Die heimischen Pensions- und Vorsorgekassen können sich weiterhin vorstellen, mehr in den sozialen Wohnbau zu investieren, wie dies ÖVP-Obmann Vizekanzler Michael Spindelegger bereits im März angeregt hat.

Wenn die Rendite passt - etwa 3,5 bis 4 Prozent -, würden die Pensionskassen in den nächsten ein bis zwei Jahren bis zu 1,5 Mrd. Euro in den Wohnbereich investieren, sagte der Obmann des Pensionskassen-Fachverbandes, Andreas Zakostelsky, am Montag vor Journalisten in Wien.

Dafür Novelle des Pensionskassengesetzes notwendig

Für ein stärkeres Engagement der Kassen in diesem Sektor - über Wohnbauanleihen, aber auch Direktinvestments - müsste jedoch im Pensionskassengesetz (PKG) die Emittentengrenze von 5 auf 10 Prozent erhöht werden, so Zakostelsky, sodass die Veranlagungs- und Risikogemeinschaften (VRG) mehr Geld als bisher in einzelne Investments stecken könnten. Spindelegger hatte im März betont, den Pensionskassen sollte erlaubt werden, bis zu zehn Prozent ihres veranlagten Kapitals in den gemeinnützigen Wohnbau zu stecken.

Bis dato ist die Politik aber nicht aktiv geworden. "Es gibt keine Anzeichen, dass sich in den nächsten Wochen etwas tut", so Zakostelsky. Der Fachverbands-Obmann ist selbst Vorstandschef der zu Raiffeisen zählenden Valida Vorsorge Management, zu der u.a. die Valida Holding AG und die Valida-Plus-Vorsorgekasse gehören. Modellrechnungen des Verbands hätten ergeben, dass die Pensionskassen mit 10 Mio. Euro als Investitionsanreiz aus der Wohnbauförderung rund 1 Mrd. Euro investieren würden.

Die heimischen Pensionskassen haben mit heutigem Stichtag ein Vermögen von 16,5 Mrd. Euro veranlagt. Per Ende Juni erzielten die Kassen im heurigen Jahr einen Wertzuwachs von 0,8 Prozent, per heute liegt die Entwicklung bei plus 2,5 Prozent. Von den rund 820.000 Pensionskassen-Begünstigten bezogen 2012 rund 76.500 oder 9,3 Prozent eine Pension. Der Schutzverband der Pensionskassenberechtigten (Pekabe) hat in der Vergangenheit die Firmenpensionskürzungen, vor allem bei "Altverträgen", wiederholt scharf kritisiert. Der Verband spricht von rund 12.000 sogenannten "Altverträgen", Pekabe von rund 300.000 Verträgen.

Der Pensionskassen-Fachverband will kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) Firmenpensionen künftig schmackhaft machen. Viele KMU würden gar nicht wissen, dass die Betriebspensionszahlungen als Ausgaben steuerlich abgesetzt werden können, so der Verbands-Obmann. Rund 80 bis 90 Prozent der Großbetriebe bieten in Österreich eine betriebliche Altersvorsorge (2. Säule) an. Bei KMU liegt die Quote bei maximal 10 Prozent, schätzt der Verband. Insgesamt haben laut Fachverband zwischen 23 und 24 Prozent der unselbstständig Erwerbstätigen in Österreich einen Firmenpensionsvertrag.